111220kahn6Harburg - Das war ein Kraftakt: In einer spektakulären Bergung wurde der Ende November gesunkene Kutter "Saparua" am Dienstag aus dem Binnenhafen gehoben. Die Bergung des im Jahr 1957 gebauten und 22 Tonnen schweren Kutters übernahm die Firma "Taucher Knoth" aus Hamburg, die mit einem Schwimmkran anrückte. Die Aktion dauerte bis in den späten Abend und gestaltete sich durchaus kompliziert.

Zunächst näherte sich Taucher Jonas Mikuteit dem Kutter, um dann spezielle Drahtseile zu spannen. Anschließend wurde die "Sapura", die direkt neben der rostigen "Glora D" unterging, hochgezogen und leergepumpt. Der 29-jährige Berufs-Taucher inspizierte schon vor einigen Tagen den Untergrund des Binnenhafens, um nicht böse überrascht zu werden. Er erklärt: "Die Sichtweite beim Tauchgang beträgt rund ein Meter, dass ist schon ziemlich gut. Solange man nichts aufwühlt, kann man gut gucken. Ansonsten verlasse ich mich rein auf meinen Tastsinn."

Während Mikuteit in dem 2 bis 3 Grad kalten Binnenhafen die Bergungsseile anbrachte, hielt er stets 111220kahn4Funkkontakt zur Crew. Mit kurzen Sätzen ins kleinen Mikro informierte er den Kranfahrer über die Situation unter Wasser. Gegen 17:35 Uhr war es dann endlich soweit, die Männer hatten die "Saparua" am Haken. Erst war das markige Führerhaus und kurze Zeit später das komplette Deck zu sehen.

Für den zum Tauchboot umfunktionierten Kahn ist es bereits die zweite Bergung. Bereits 111220kahnvor über zehn Jahren ging das nach einer indonesischen Halbinsel benannte Schiff in der Trave unter. Damals wurde das Schiff wieder flott gemacht, dass wird es diesmal jedoch nicht geben. Denn sobald die "Saparua" den Binnenhafen verlässt wird sie verschrottet. Für die Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro muss der Steuerzahler aufkommen. Denn der Eigentümer war nach dem Sinken seines Schiffes plötzlich nicht mehr zu erreichen, so dass sich bei der Behörde der Eindruck verfestigte, der Mann habe kein sonderlich großes Interesse an seinem Boot. Auch eine vom Bezirksamt erlassene "Hebungsverfügung" konnte den Eigner nicht beeindrucken. Nach der Bergung, die einen Tag früher als ursprünglich geplant stattfand, ist der Bezirk immerhin schon mal ein "Problemschiff" los. (pw)