111117SammelHarburg - 1.851 Euro und 62 Cent. Das ist eine stolze Summe, wenn es um Spenden geht. Gesammelt haben das Geld Schüler aus Harburg und Wilhelmsburg. Die Idee dazu hatte Hüseyin Caferoḡlu, der in die 12. Klasse

des Lessing-Gymnasiums geht und dort nächstes Frühjahr sein Abitur macht. Geboren wurde der 17-Jährige in der Türkei. Er lebt aber seit fast 16 Jahren in Deutschland.

Nach dem Erdbeben in der Heimat seiner Vorfahren, bei dem Tausende Menschen ihr Zuhause verloren haben, initiierte er an vier Schulen eine Spendenaktion für die Opfer der Katastrophe. Beteiligt waren neben dem Lessing-Gymnasium, die Nelson-Mandela-Schule in Kirchdorf, das Gymnasium Kirchdorf Wilhelmsburg und die Fachschule für Sozialpädagogik. Die Schüler überreichten das gesammelte dem DRK-Harburg, das die Spende umgehend an die Rotkreuz-Auslandshilfe in Berlin weiterleitete.

Für den 17-jährigen Hüseyin war es selbstverständlich zu helfen: „Natürlich fühle ich mich aufgrund meiner Herkunft mit den Leuten in der Türkei verbunden. Mich hat die Berichterstattung im türkischen Fernsehen sehr berührt. Ich habe jeden Tag Bilder von Menschen gesehen, die kein Zuhause mehr haben. Da wusste ich, dass ich helfen muss - wenn schon nicht vor Ort, dann wenigstens finanziell.

Diese finanzielle Hilfe ist dringend notwendig, denn in der Erdbebenregion herrscht klirrende Kälte. Das Rote Kreuz leitete umgehend Soforthilfemaßnahmen ein und überreichte dem Türkischen Roten Halbmond bereits wenige Tage nach dem Beben Decken, wintertaugliche Zelte und Zeltheizungen. Außerdem werden die Erdbebenopfer mit Lebensmitteln und sauberem Wasser versorgt.

Andere Schüler von der Notwendigkeit der Aktion zu überzeugen war für Hüseyin kein Problem: „Ich habe gleich nach dem Beben bei Facebook eine Gruppe gegründet. Der Zulauf war unglaublich und die Sammelaktion lief richtig gut. Ich hoffe, dass meine Mitschüler und ich anderen mit dieser Aktion ein Vorbild sein können.“ dl