111102SaufhausHarburg - Das Haus hat Geschichte geschrieben. Professor Hans Fitze, 1998 gestorbener Schauspieler, Regisseur, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, Theaterdirektor und Prinzipal lebte von

 

1956 bis 1994 in dem Haus, das in der mittlerweile nach ihm benannten Straße steht. Bald kehrt neues Leben ein. Dort soll Hamburgs erster Säuferraum entstehen. In dem leerstehenden Gebäude soll umgesetzt werden, was in Kiel schon läuft. Die Idee dazu hatten Bezirksabgeordnete der SPD. Sie wollen mit dem Angebot die Säuferszene vom Rathausplatz locken.

Eine Gedenktafel erinnert an die große Zeit des Gebäudes und an den ehemaligen Bewohner, der Intendant des gemeinsamen Harburger und Altonaers Theater war. Bald werden Trinker ihre Lieder in den Räumen lallen. Das Konzept stammt vom Café Sofa in Kiel. Dort ist es erfolgreich. Es ist ein Treffpunkt für gesellige Suff-Runden, die in Harburg bislang das Bild des Harburger Rathausplatzes prägen.

Geht die Rechnung der Politik auf, nehmen die Trinker das Angebot an und ziehen dorthin, um hinter Türen dem Alkoholkonsum nachzugehen. Die Gegend bietet sich an. Soziale Projekte, wie Sozialkaufhäuser, haben ganz in der Nähe ihren Sitz. Der Haken: Harte Sachen wie Wodka, die verboten sind, dürfen die Trinker nicht mitbringen. Dazu dürften die Öffnungszeiten des Trinkerraums begrenzt sein.

Kritiker befürchten, dass das neue Projekt so ein Flop wie das Projekt "zur Arbeit" werden wird, bei dem üppig mit über die EU verteilten Steuergeldern versucht wird Trunkenbolde von dem Wert der Arbeit so zu überzeugen, statt der Flasche ihr Leben in die Hand nehmen. Bislang hat das keine sichtbare Entlastung für den Rathausplatz gebracht. zv