110930SchuleWilhelmsburg - Mit einer feierlichen Veranstaltung im Rahmen der Kulturwoche wurde die Stadtteilschule Kirchdorf in Nelson-Mandela-Schule umbenannt. Dazu kamen nicht nur Lehrer und Schüler, sondern auch die

Gesandte des Botschafters Südafrikas aus Berlin oder Vertreter der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Nelson Mandela – mit diesem Namen verbinden die meisten den Kampf gegen das Apartheidsregime in Südafrika. Doch Bodo Giese, Leiter dieser Schule, sieht weiter: „Wir haben uns bei der Namensgebung vor allem von Nelson Mandelas grundsätzlicher Haltung und seinen Werten leiten lassen: Gerechtigkeit, Verständnis, Versöhnung und der Glaube an das Gute, Antirassismus und Antidiskriminierung, Beharrlichkeit und Ausdauer, und die Überzeugung, dass Hass und Gewalt nichts bewirken können.“

Die Zustimmung der Schulbehörde zur Namensänderung liegt schon seit längerem vor. „Wir haben bewusst gewartet, um mit der Kulturwoche einen würdigen Rahmen für die Umbenennung bieten zu können“, erklärt Giese.

Für einen würdigen Rahmen sorgten auch die Gäste in dem mit Schülern, Lehrern, Eltern und Ehemaligen voll besetzten Oberstufenhaus. Die Gesandte des Berliner Botschafters der Republik Südafrika, Cassandra Mbuyane-Mokone, zeigte sich „demütig und stolz zugleich“, an diesem historischen Ereignis teilzunehmen. Sie betonte den hohen Stellenwert, den Bildung in Mandelas Leben einnimmt und zitierte dessen berühmten Satz “Education is the most powerful weapon which you can use to change the world”. Mit der Entscheidung, den Namen „Mandela“ zu tragen, entschließe sich die Schule, die Werte, für die dieser bedeutende Mann steht,  zu leben.

„Eine große Schule hat nun einen großen Namen“, freut sich der Staatsrat der Bildungsbehörde, Dr. Michael Voges. Auch er weist in seinem Vortrag auf die Bedeutung von Bildung hin und lobt besonders die Sprachförderung und das soziale Lernen an der Nelson-Mandela-Schule. Sie seien „Voraussetzung für Integration im umfassenden Sinne.“ Deshalb ist es für ihn nur folgerichtig, dass der Schule 2010 der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen wurde.

Dieter Sienknecht von Amnesty International hob die für ihn außergewöhnliche Situation hervor:  „In der Regel müssen wir nämlich tätig werden, wenn Menschenrechte verletzt werden. Da ist es ein besonderes Erlebnis, an einer Schule Gast zu sein, in der Menschenrechte täglich gelebt werden.“ Hierzu seien Menschen nötig, die sich dafür einsetzen, Politiker wie Nelson Mandela, und Menschen unterschiedlicher Herkunft, die gemeinsam leben, arbeiten und lernen. So wie an der Nelson-Mandela-Schule. dl