110917WFaHarburg - Die Wasserfallposse um das Graffiti an den Gebäuden des Eisenbahnbauvereins Harburg und dem Bauamt ist beendet. Das Bild mit dem Motiv der Wasserfälle darf gemalt werden. Allerdings an anderer Stelle.

Für diese Entscheidung hatten sich Bauamt und Eisenbahnbauverein gut ein Jahr gestritten. Erst vor Gericht einigte man sich.

Die Details: Sascha Siebdrat, Künstlername Vaine, sollte den Sockel der Wohngebäude an der Schwarzenbergstraße auf einer Länge von etwa 120 Metern besprühen. Als Motiv wählte man eine Wasserfallkaskade. Dafür muss man einen Bauantrag stellen. Baudezernent Jörg Penner fand es nicht schick, Joachim Bode, Vorstand vom Eisenbahnbauverein war deswegen sauer und legte Widerspruch ein. Der wurde mit der Begründung abgelehnt, das die gestalterischen Ansprüche der Harburger Behörden so hoch sind, als dass in so exponierter Lage ein Graffiti ins Stadtbild passe.

Der Eisenbahnbauverein zog daraufhin vor Gericht. Auf einen Richterspruch musste man jedoch nicht warten, denn vorher einigten sich die Parteien. "Das Gerichtsverfahren hätte keine Entscheidung vor Ende 2012 gebracht, weil man sich dort noch mit Altfällen aus 2009 befassen muss", sagt Bode. Das hätte den Vergleich erleichtert.

Jetzt entsteht aktuell das Graffiti "um die Ecke" an der Straße "Zur Seehafenbrücke" im Bereich der Tiefgarageneinfahrt an dem gleichem Gebäudekomplex. Kommende Woche wird es fertig sein. Das Bauamt hat sich an der Stelle noch "künstlerisch mit eingebracht". Die Behörde pochte auf eine "Bauabschlusskante", ein etwa zehn Zentimeter breiter, weißer Streifen, der das Graffitiu begrenzt. Diesen Einfall wollte Bode "nicht kommentieren". Eine Hoffnung hat er. Das Graffiti könnte so gut gefallen, dass ein weiteres Bild doch noch an der Schwarzenbergstraße genehmigt wird.

Beim Bauamt dürfte man sich noch lange an den Fall erinnern: Mit der Posse hat es sich selbst die Entscheidungskompetenz für die Zukunft genommen. Der Streit zwischen Bauamt und Eisenbahnbauverein rief die Bezirkspolitik auf den Plan. Die Verwaltung hatte in dem Bauantragsverfahren selbst entschieden, weil es sich mit einem Auftragsvolumen von etwas über 7.000 Euro eher um eine "Kleinigkeit" handelte. Die Bezirksversammlung fühlte sich somit übergangen und will in Zukunft  in solchen Fällen selbst bestimmen. zv