110701Bombe1Eißendorf - Der Bombenblindgänger im Neubaugebiet Jahnhöhe hat die Politik aufgeschreckt. Die SPD will Aufklärung, warum die 250 Pfund schwere Bombe nicht bei den vorgeschriebenen Sondierungen vor Baubeginn gefunden

 

wurde. Das würden die Behörden auch gern wissen.

Bislang gibt es noch keine Stellungnahme von der Fachfirma, die für viel Geld das Gelände untersucht hatte. Sicher ist, so heißt es aus Behördenkreisen, dass die Bombe in einem Bereich lag, der sondiert werden musste. Warum die Bombe übersehen wurde, ist schleierhaft.

Gesucht wird mit Hilfe von Bohrungen über die Messungen durchgeführt werden, die das Magnetfeld darstellen. Große Metallkörper wie eine Bombe werden so aufgespürt. Der Haken: selbst solche großen Metallkörper gleichen sich im Laufe der Jahrzehnte dem Umfeld an. "Man hat nur noch eine minimale Anzeige", so ein Experte. Da wäre eine solche Bombe, die zu den kleineren Exponaten gehört, welche über Harburg abgeworfen wurden, auch zu übersehen.

Das der Firma Schlamperei bei der Suche nach Blindgängern nachgewiesen wird, hält er für unwahrscheinlich. Da die Bombe bewegt wurde, nachdem sie gefunden wurde und der Urzustand vor dem Fund nicht genau rekonstruiert werden kann, werde der Firma nur schwer ein Fehler anzulasten sein.

In Hamburg war die Suche nach Kampfmitteln bis vor wenigen Jahren Sache der Stadt. Der CDU-Senat hatte diese Aufgabe im Rahmen von Einsparungen über jährlich 1,4 Millionen Euro privatisiert um die Kosten auf Grundstückseigentümer abzuwälzen. Die Leistung bieten nur wenige lizensierte Unternehmen an. Die wissen offenbar, was sie nehmen können. Nicht die Bomben, sondern die Kosten sind nach der Privatisierung explodiert. Der Bereich Harburg ist besonders betroffen. Hier sind im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen Hamburgs die meisten der Flächen auch "Verdachtsflächen", auf denen Blindgänger oder Munition aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet wird. zv