110618UmzugMarmstorf - Napoleon würde sich vermutlich im Grabe umdrehen, wenn er den Umzug zum 200-jährigen Bestehen der von ihm 1811 in Auftrag gegebenen Bremer Straße gesehen hätte. Ein Traktor, ein paar Fahrräder, ein

paar kostümierte Mitläufer, eine Trommeltruppe und eine Kutsche, bei der sein "Feldherrndoubel", das immer stilecht mit Hand im Feldrock auf dem Kutschbock hockte.

So zottelte der Umzug, für den der Bezirk auch noch Steuergelder rausgetan hatte, von Appelbüttel bis in die Fußgängerzone. Für die Autofahrer, die am Samstagvormittag über die Bundesstraße in Richtung Harburg wollten, war es einfach nur nervig. Hinter dem Umzug bildete sich ein langer Stau.

Mit von der Partie bei dem Umzug waren viele Mitglieder der Bürgerinitiative, die seit längerer Zeit gegen die Verkehrsbelastung, vor allem dem LKW-Verkehr mobil macht. Sie wollen am Tag Tempo-30 und nachts ein Fahrverbot für Lastwagen, auf der Strecke, die viele Spediteure als Abkürzung nutzen, obwohl auch hier Mautpflicht besteht. Außerdem fordert die Initiative eine dauerhafte Überwachung durch technische Anlagen. Auch eine spezielle Ampel, die automatisch auf Rot schaltet, wenn ein Fahrzeug zu schnell ist, war ein Vorschlag. Ein weiterer Vorwurf: Viele Laster würden viel zu schnell fahren. Messungen der Polizei haben das aber so nicht bestätigt.

Zurück zum Jubiläum. Napoleon Bonaparte ließ die Bremer Straße bauen: Sie war ein Teil der direkten Strecke Paris Richtung Hamburg. Gerade und für schnelle Truppentransporte sollte sie geeignet sein. Für die Straße wurden damals viele Bauern im französisch besetzten Königreich Hannover und Harburg enteignet. zv