101116TunnelHarburg - In ungewohnt scharfer Weise hat die Aktionsgemeinschaft Harburg den von der Politik beschlossenen Erhalt des Schmuddeltunnels kritisiert. Thomas Diebold, Vorsitzender der

Aktionsgemeinschaft und Chef von Karstadt Harburg sowie sein Vertreter Peter Weber, Inhaber der City Apotheke, sehen durch den Erhalt des Tunnels alle Pläne torpediert, durch die die Harburger Innenstadt wieder attraktiver gemacht werden soll.

Sie haben daher einen "offenen Brief" geschrieben welcher an Politik und Verwaltung gerichtet ist.  Mit der Meinung steht die Aktionsgemeinschaft nicht allein da. Auch der Wirtschaftsverein hat bereits den geplanten Erhalt des Tunnels abgelehnt. zv

Der Brief im Wortlaut:

Mit großer Verwunderung hat der Vorstand der Aktionsgemeinschaft Harburg e.V., in den vergangenen Tagen der Tagespresse entnehmen müssen, dass der Fußgänger- Tunnel zwischen Lüneburger Straße und Seevepassage anstatt zugeschüttet, nun doch modernisiert und ein entsprechender Umbau vorangetrieben werden soll.
Die Aktionsgemeinschaft Harburg e.V. sowie andere Akteure und Institutionen in Harburg haben seit Jahren deutlich Stellung zu diesem Thema bezogen: Der Tunnel muss zugeschüttet werden, so dass dieser Schandfleck aus dem Innenstadtbild endlich verschwindet.
Wir sind erstaunt, dass nun eine Entscheidung herbeigeführt werden soll, mit der eine Vielzahl von Eigentümern und Geschäftsinhabern aus Harburg nicht einverstanden zu sein scheint.
Es ist allgemein bekannt, dass in dem kürzlich erarbeiteten „Masterplan City Harburg“, der Vertretern des Bezirksamtes Harburg und der Politik im Herbst letzten Jahres vorgestellt wurde, das Zuschütten des Tunnels favorisiert, und damit verbunden die Neugestaltung des Seeveplatzes als attraktive städtebauliche Lösung für das Gebiet empfohlen wird.
Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand der Aktionsgemeinschaft Harburg mit der jetzigen Planung zum Erhalt und Verschönerung des Tunnels in keinster Weise einverstanden. Darüber hinaus ist der plötzliche Sinneswandel der Politik (der SPD) nicht nachvollziehbar, wo doch noch vor wenigen Monaten das Gegenteil – die Zuschüttung des Tunnels – angestrebt und als wünschenswertes Ziel formuliert wurde.
Die Bemühungen und finanziellen Aufwendungen der Aktionsgemeinschaft Harburg, die Harburger Innenstadt attraktiver zu gestalten, mit Aktionen zu bereichern und für die Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher wieder zu einem lebens- und liebenswerten Stadtteil zu entwickeln, stehen konträr zu dem Vorhaben, den Tunnel beizubehalten.
Auch wenn es zu einer Modernisierung des Tunnels kommen würde, bleibt die Frage, wie lange der Effekt anhält, bis der jetzige Zustand wieder erreicht werden würde?
Wir fordern Politik und Verwaltung dazu auf, die momentan angestrebte Lösung noch einmal zu überdenken und gemeinsam mit allen interessierten Harburg-Akteuren in einen Dialog zu treten, um mit vereinten Kräften nach der besten Lösung für diese Fläche zu suchen.