091031Demo1Wilhelmsburg – Eine echte Überraschung ist es nicht. Experten hatten den Zeitplan der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße bis zur Internationalen Gartenschau 2013 nicht wie die ehemalig verantwortliche Senatorin Anja Hajduk als

 

„ehrgeizig“, sondern als unrealistisch angesehen. Sie hatten Recht.

Die Verlegung, so Wirtschaftssenator Frank Horch, wird nicht zur internationalen Bauausstellung (IBA) und igs umzusetzen sein. Ob und wie der Verkehr während der IBA / igs für ein halbes Jahr umgeleitet wird, stehe laut Wirtschaftsbehörde noch nicht fest.
 

Heiner Baumgarten, Geschäftsführer der igs, hatte dafür schon vor Wochen zwei Szenarien aufgezeigt. Variante eins sieht eine Anpassung der Reichsstraße mit Flüsterasphalt, Sichtschutzwand und einer Brücke vor, die allein 1,5 Millionen Euro kosten wird. Bei der zweiten Variante würde die Reichsstraße zwischen Wilhelmsburg Süd und Wilhelmsburg Mitte gesperrt. Dass das möglich ist, soll eine in weiser Voraussicht in Auftrag gegebene Untersuchung zeigen.

Dazu müsste das Straßennetz ertüchtigt werden. Die Masse des Verkehrs, 55.000 Fahrzeuge täglich, würde durch den Hafen gelenkt. Ein Teil quält sich durch Wilhelmsburg. Damit hätte Harburg für die Zeit der IBA / igs verkehrstechnisch die „Arschkarte“ gezogen. Denn klar ist auch, dass es für die Pendler in den Hauptverkehrszeiten dann ganz dicke kommt. „Eine Schließung der alten Wilhelmsburger Reichsstraße für die Zeit der IGS kommt aus Harburger Sicht nicht in Frage“, sagt Birgit Stöver (CDU). Ein solcher Plan würde den Bezirk ins Verkehrschaos stürzen. Aufgrund seines besonders hohen Verkehrsaufkommens ist er schon jetzt mehr als gebeutelt.“

Nebenbei streiten sich CDU und SPD wer Schuld an dem Desaster hat. „Die SPD hat in der Bürgerschaft das Projekt verzögert und so den ursprünglichen Terminplan infrage gestellt, sagt Stöver. „Ein Blick in die entsprechenden Drucksachen hätte Frau Stöver vor Augen geführt, dass schon die Schwarz-Grüne Planung für die Wilhelmsburger Reichsstraße unrealistisch war," kontert die SPD in einer Mitteilung. „Es war also von Anfang an klar, dass der Zeitplan des alten Senats nur bei Eintreffen mehrerer Wunder und vor allem dann, wenn im Planfeststellungsverfahren keine Einwendungen kommen, einzuhalten wäre. Mit anderen Worten, das war eine Mondplanung.“ zv