100608Leichenteile3Harburg – Zwölf Jahre Haft. So lautet das Urteil des Landgerichts Stade gegen Orhan Y. (54), weil der vor knapp einem Jahr seinen Mitbewohner zerstückelte und Leichenteile in der Nähe des Bahnhofs Harburg entsorgte.

Für die Richter besteht an der Täterschaft des arbeitslosen Türken „kein Zweifel“.

Orhan Y. selbst hatte vor Gericht die Geschichte aufgetischt, nach der ein ihm unbekannter Mann und eine ihm ebenso unbekannte Frau in der Wohnung auftauchten, in der der 54-Jährige in Buchholz zusammen mit Opfer Ahmet K. (50) lebte. Die hätten den Mann umgebracht und ihn gezwungen die zerstückelte Leiche zu entsorgen.

Ein mögliches Motiv präsentierte Orhan Y. auch. Gekränkte Ehre von Frauen, denen sein Mitbewohner angeblich die Ehe versprochen hat.

Die harten Fakten sehen nach Ansicht der Richter anders aus. Das Verhältnis der beiden Männer, die sich als Kollegen in einer Putzkolonne kennen lernten, welche am Bahnhof Harburg sauber macht, sei immer schlechter geworden. Der Täter hätte das Opfer beklaut und bei ihm Schulden gehabt.

Nach der Tat war Orhan Y. losgezogen und hatte erst einmal 1000 Euro vom Konto des Zerstückelten abgehoben. Die Richter sind überzeugt, dass Orhan Y. seinen Mitbewohner in der gemeinsamen Wohnung tötete und portionsweise entsorgte. Teile der Leiche sind bis heute nicht gefunden worden.

Das Urteil, das wegen Totschlags erging, ist nicht rechtskräftig. Der Anwalt von Orhan Y. will in Revision gehen. zv