100428RiRa1Harburg - Es wird in diesem Jahr keine drei Tage auf dem Rathausplatz gefeiert. Veranstalter Heiko Hornbacher hat das Rathausfest, dass vom 29. April bis zum ersten Mai stattfinden sollte, abgesagt. Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg wurde

von ihm informiert. "Es ist nicht im Bösen passiert", sagt Hornbacher diplomatisch.

Den entscheidenden Ausschlag hatte das Verbot der Behörde gegeben, für das Fest einen Zaun aufzubauen und Zugangskontrollen durchzuführen. So war es in den vergangenen Jahren gewesen. "Das Fest hatte sich seitdem aus polizeilicher Sicht sehr positiv entwickelt", sagt Hauptkommissar Hans-Jürgen Petersen, Leiter der Einsätze an der Wache Harburg. "Mir sind auch keine Beschwerden wegen der Abzäunung und der Zugangskontrollen bekannt." In den Vorbesprechungen hatte die Polizei immer die "Einfriedung" als positiv bewertet.

 

Die Schuld an der Absage dürfte aber nicht beim Bezirksamt, sondern bei der SPD zu suchen sein. Die Genossen um Jürgen Heimath hatten politischen Druck aufgebaut, der sich gegen die Umzäunung richtet. Dem hatte sich die Verwaltung, so heißt es aus dem Rathaus, unterworfen. "Wir bedauern es sehr, dass das Fest nicht stattfindet", sagt Heimath. Er sieht Sicherheitsbedenken als keinen Grund für eine Absage. Es sei aber auch kein Geheimnis, dass die SPD gegen eine Umzäunung ist. Hornbacher, so Heimath, hätte das Hausrecht für den Veranstaltungsort bekommen können, das er dann durchsetzen könne.

Unter anderem war von der Verwaltung eine Markierung des Veranstaltungsbereichs durch Linien auf dem Boden vorgeschlagen worden. Mit einer entsprechenden Anzahl von Sicherheitsleuten, so der Tipp von Ex-Polizist Heimath, könne man Betrunkene und Randalierer vor die Linie setzen.

Nebenbei dürften bei der Absage auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen. Durch den Zaun wären Getränke vor der Tür geblieben, die so problemlos mitgebracht werden können. Die Folge: Die Veranstalter bezahlen das Programm. Die Besucher trinken in Massen "Mitgebrachtes". zv