110413StuhlWilhelmsburg - Für das im Sommer bezugsfertige Medien- und Musikzentrum bauen Schüler der 8., 9. und 10. Klassen der Stadtteilschule Kirchdorf im Wahlpflichtunterricht Arbeitslehre die Stühle nach dem Entwurf

des Gebäudearchitekten Simon Tubbesing selbst. 

Die Schüler liegen mit der Herstellung für die angestrebten 120 Stühle gut im Zeitplan. „Wir hatten schon Sorge, dass wir es nie schaffen werden“, gibt Schülerin Malissa aus dem Arbeitslehre-Wahlpflichtkurs der 8. Klassen zu. Die Vorbereitung der einzelnen Teile, bis der Stuhl zusammengebaut werden kann, hat lang gedauert und an den Nerven der Jugendlichen gezerrt.

Die zwölf Einzelteile des Stuhls werden von den Schülern größtenteils allein von Hand oder mit Hilfe von Maschinen hergestellt und bearbeitet. „Die meisten Produktionsabläufe sind den Schülern aber schon fast in Fleisch und Blut übergegangen“, sagt der begleitende Lehrer Thorsten Schütt. Die Herausforderung bei diesem Projekt bestand in der für die Schüler zuvor nur theoretisch bekannten Serienproduktion: Nicht jeder stellt seinen eigenen Stuhl her – sondern alle arbeiten zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Einzelteilen, die erst am Ende zusammenkommen und einen Stuhl ergeben.

Damit die Stühle auch im harten Schulalltag bestehen können, wurden sie von der Landesunfallkasse begutachtet und für alltagssicher befunden. So steht der Serienproduktion nichts mehr im Weg. Auch Werkstattmeister Norbert Rambow zeigt sich von dem Engagement und dem Durchhaltewillen seiner Schützlinge begeistert: „Viele der Jugendlichen haben durch ihre Mitarbeit wertvolle Erfahrungen für ihr späteres Leben gemacht. Besonders groß sind die Fortschritte bei der Teamfähigkeit, denn 120 Stühle kann man nicht bauen, ohne miteinander zu reden.“

Damit der eng gesteckte Zeitplan eingehalten werden kann, gab es für die Schüler der 8. Klassen bereits einen ersten Projekttag „Stuhlbau“. Anstelle des Schulalltags waren die Kursteilnehmer einen ganzen Tag nur mit der Endmontage der Stühle beschäftigt. Gemeinsam mit Werkstattmeister und Lehrern erprobten die Schüler die besten Handgriffe für das Zusammenschrauben.

Als vollen Erfolg verbuchen Pädagoge Schütt und seine Kollegen das Produktionsprojekt schon jetzt. „Die SchülerInnen haben wertvolle Erfahrungen für ihren späteren Berufseinstieg gewonnen.“, so Schütt, „Viel wichtiger finden wir jedoch, dass fast alle Projektteilnehmer nun motiviert sind, ihren schulischen Ausbildungsweg engagiert weiter zu gehen.“

Berufsorientierung sowie Vorbereitung der Schüler auf Studium und Erwerbsleben haben an der Stadtteilschule Kirchdorf eine lange Tradition. Neben regelmäßigen Betriebspraktika in den Jahrgängen 8 und 9, einem besonderen Berufsinformationstag in der 9.Klasse, an dem sich Produktionsbetriebe, Sparkassen, Versicherungen sowie Handwerksbetriebe, Arztpraxen und Berufsverbände den Schülern mit verschiedenen Berufsfeldern vorstellen, finden in den Jahrgängen 8 bis 12 jährlich Berufsorientierungs- und Berufswahlvorbereitungswochen statt.