110411SchlossinselBinnenhafen – Die etwa 33 Hektar große Schlossinsel steht jetzt unter Denkmalschutz. Im Zuge der Entlassung aus dem Hafengebiet und der Neuaufstellung des Bebauungsplanes ist der „Keimzelle Harburgs“ dieser Status

zuerkannt worden.

„Die Schlossinsel bildete den Kern der vorindustriellen Stadt Harburg und zeigt in ihrem markanten Grundriss noch die Form der mittelalterlichen Zitadelle“, heißt es in der Begründung. Und weiter: „ Bis heute sind in diesem Gebiet eindrucksvolle Sachzeugen sämtlicher geschichtlicher Entwicklungsphasen Harburgs erhalten, die insbesondere die Geschichte der Hafenarbeit und Industrialisierung widerspiegeln, so wie Kräne, Kaimauern, Brücken, Straßenpflaster, Bahngleise und die historische Jöhnk-Werft am Lotsestieg 4. Auf der Schlossinsel befindet sich auch Hamburgs einzige Schienen führende Klappbrücke, die Holzhafen-Brücke von 1929/30.“

"Der Denkmalschutz steht mit den geplanten Bauvorhaben im Einklang", sagt Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg. "Ich erwarte eine größere Aufmerksamkeit für die Schlossinsel und auch eine Förderung. Immerhin dürfte es die größte zusammen hängende Fläche Hamburgs sein, die unter Denkmalschutz steht."

Der Harburger Binnenhafen wurde als Dockhafen mit gleichbleibendem Wasserstand gebaut und im Zuge der Industrialisierung bis 1893 zum Industriehafen weiterentwickelt. Das ehemalige Schloss an der Bauhofstraße 8 ist heute nach Abrissen, Umbauten und Nutzungsänderungen nur noch in Resten wie Fundamenten und Außenmauern erhalten. Der übrig gebliebene Bau dient seit 100 Jahren als Mietshaus und hat damit einen ungewöhnlichen Standort im Industriegebiet.

In den kommenden Jahren soll auf dem Gelände der Schlossinsel ein Wohn- und Gewerbegebiet entstehen. Geplant sind ebenfalls Liegeplätze für historische Schiffe und ein Sportboothafen. zv