101111HeimfeldHeimfeld - Hitzige Diskussion um das "Villengebiet" Heimfeld. Über 100 Betroffene kamen zu der Diskussions - Veranstaltung in die Aula des Gymnasiums Heisenberg. Es ging um den Bebauungsplan. Die Verdichtung der Bebauung soll nicht

weiter zugelassen werden. Vor allem in den 70er bis 90er Jahren sind echte Bausünden begangen worden.

Nachdem jetzt mehrere Stadtvillen - hochwertige Mehrfamilienhäuser - entstanden sind, sollen Gebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten zukünftig nicht mehr zugelassen werden.

Die Mehrheit der Veranstaltungs - Teilnehmer, steht dem neuen Bebauungsplan mit den Baubeschränkungen positiv gegenüber. Nicht wenige sehen aber einen Eingriff in ihre Möglichkeiten Grundstücke weiter zu entwickeln.

Am Fall Corduaweg, wo ein von außen gleich wirkendes Gebäudemit vier Wohnungen zunächst nicht, später, als nur noch zwei Wohneinheiten beantragt wurde, doch zugelassen wurde, machen Gegner des B-Plans fest, dass eine Veränderung nicht aufzuhalten ist. „Die Verwaltung hat auf der öffentlichen Informationsveranstaltung keinerlei Argumente geliefert, wie man denn wirklich wirksam den Charakter des Villengebiets erhalten will. Mit einer Beschränkung auf zwei Wohneinheiten pro Gebäude wird den Eigentümern die Nutzung ihres Eigentums erschwert, ohne damit im entferntesten die Größe und das Aussehen von Neubauten beeinflussen zu können", meint Kurt Duwe von der FDP.

"Wer in einem bestehenden Haus aus zwei Wohnungen drei machen will, darf das in Zukunft auch nicht mehr. Hier wird den Menschen in Heimfeld suggeriert, ihr Viertel werde mit der Änderung des Baustufenplans vor Zersiedelung und Bausünden geschützt." Das sei ein Trugschluss. Duwe: "Einzig erkennbar ist nur, dass die wirtschaftliche Nutzbarkeit der Grundstücke verringert und damit die Schaffung neuen Wohnraums in Harburg erschwert wird. Die FDP-Fraktion in Harburg wird auch weiterhin diese Pläne der Verwaltung ablehnen.“

 

"Ich muss sagen, dass ich die Gesprächsleitung äußerst schwach fand", sagt Matthias Wolpers, der mehrere der Neubauten in dem Gebiet realisierte. "Das war keine Sammlung von Meinungen und Ansichten, sondern vielmehr wurden die Dinge sofort verteidigt. Das war für mich eine gesteuerte Gesprächsführung. Alle Dinge die jetzt erst diskutabel sind, wurden verteidigt, als sei dass Vorhaben schon beschlossene Sache. Das ist es noch lange nicht."

"Ich frage mich ganz einfach was das ganze soll", sagt Peter-Jürgen Maack, der in einer der neuen Stadtvillen wohnt. "Der Stadtteil soll und muss jung werden. Und wir reden hier ja nicht von zehn Einheiten oder mehr, sondern vielleicht vier. Das würde doch ohne weiteres passen."

Gegner sehen bei den Neubauten die Gewinninteressen der Investoren im Vordergrund. Der Charakter der Gegend würde verloren gehen. Das sieht der Bezirk ähnlich. "Durch die rege Bautätigkeit der jüngeren Vergangenheit wird die Gefahr einer schleichenden Verdichtung und einer Veränderung des ortsprägenden Charakters offenbar", steht in der Broschüre, die die Anwohner bekommen haben.

Das Thema ist nicht beendet. Es sollen weitere Veranstaltungen folgen. pw