100917GrundsteinHarburg – Der Traum ist aus. Bei der Grundsteinlegung zum Hauptgebäude der TU am Freitag machte Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus klar, dass es bei der Billigversion der Fassade bleiben wird. Einen

Spitznamen hat sie bereits: „Kreuzers Knast“ wegen der Gitterstabartigen Elemente, die man von innen sieht.
Es sei ein „Gebot des Sparens die Kasse Hamburgs zu entlasten, wo es möglich ist.“ Rund 300.000 Euro werden so in dem 25,8 Millionen Euro teuren Projekt gespart. „Ich bin tief in die Materie eingestiegen“, so Ahlhaus, dem die breite Kritik an der Fassadenänderung bewusst sei. „Sie ist Teil eines großen Plans. Sie hat auch eine statische Funktionalität Wenn man an dieser Fassade noch etwas ändert, was ja viele möchten, dann schnürt man ein ganzes großes Paket auf mit erheblichen Folgewirkungen.“ Es müsste eine neue Ausschreibung geben, die das Projekt verzögert. „Das ist das Hauptargument zu sagen, man geht da nicht mehr ran“, so Ahlhaus. „Denn man gefährdet die Mittel aus dem Bundeskonjunkturprogramm aus dem wir zehn Millionen Euro bekommen.“ Dann der entscheidende Satz. „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir an dem Projekt soweit jetzt nichts mehr ändern können“, so Ahlhaus. Jetzt bekommt die Uni eine Fassade, die einen Strichcode symbolisiert, der ausgelesen „TUHH“ ergeben würde. Dem normalen Betrachter bleibt das verborgen. Er sieht viele Stäbe nebeneinander.
TU-Präsident Edwin Kreuzer ist damit, wie er sagt, „zufrieden“. Mit dem neuen Hauptgebäude wird die TU „endlich sichtbar“. Die endgültige Lösung könne es nicht sein, deutet Kreuzer an. „Die notorische Raumnot wird gelindert, nicht behoben.“ In dieselbe Kerbe schlug Jonathan Barth von der AStA. Die Raumsituation an der TU, die für 2800 Studenten konzipiert, aber von 5000 Studenten genutzt wird, würde sich lediglich entspannen. „Weitere Flächen sind dringend notwendig“, so Barth. „Wir brauchen mehr Flächen zum Lernen.“ Die sind vorhanden. Aber die ehemalige Pionierkaserne, die unter Denkmalschutz steht, wird nicht ganz mit in den Neubau einbezogen. Ein ganzer Flügel bleibt stehen und wird weiter vor sich hin rotten.
Ursprünglich wollte die TU die Kaserne abreißen und neu bauen. Das war 2006. Dann hätte das Projekt 14 Millionen Euro gekostet, die die TU ganz ohne Steuergeld aus eigenen Mitteln finanziert hätte. In diesem Jahr hätte dann nicht die Grundsteinlegung, sondern die Eröffnung gefeiert werden können. „Dieser Plan“, so die TU in einer Stellungnahme, „war jedoch beim Denkmalschutzamt Hamburg auf Widerspruch und im politischen Raum im Wahlkampf auf Zurückhaltung gestoßen.“ zv
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