Ehestorf - Erster Spatenstich für die Königsberger Straße: Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat jetzt ein bundesweit einmaliges Projekt gestartet. Es

holt die Zeit von 1949 bis 1970 ins Museum. Unter dem Titel „Königsberger Straße“ baut es dazu sechs Häuser auf - einschließlich Gärten, Straßenlampen, Litfaßsäule und Telefonzelle. Ausstellungen, Führungen, Mitmach-Aktionen und andere Begleitprogramme zeigen den Alltag auf dem Dorf zu der Zeit und seinen Wandel.

Die Bauzeit ist auf sechs Jahre angelegt. Mit dem Großprojekt „Königsberger Straße“ errichtet das Freilichtmuseum am Kiekeberg in den kommenden Jahren eine Baugruppe, die typisch für das Leben in der Nachkriegszeit ist und bis heute das Erscheinungsbild von Dörfern in ganz Deutschland prägt. „Die Umbrüche in dieser spannenden Zeit betreffen jeden Dorfbewohner“, sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. „Wir stellen dar, wie Einheimische, aber auch Neubürger die Aufbauzeit erlebten.“

Über zwölf Millionen Flüchtlinge, Vertriebene und Evakuierte, dazu etwa zehn Millionen ehemalige Zwangsarbeiter gab es in West-Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Landkreis Harburg, in dem das Freilichtmuseum am Kiekeberg liegt, zeigt beispielhaft, wie sich die Integration der Neubürger vollzog.

Zahlreiche Förderer unterstützen des einmalige Projekt „Königsberger Straße“. Ihr Ziel ist es, die kulturellen Zeugen der unmittelbaren Nachkriegszeit für die Nachwelt zu erhalten und die Aufbauleistung darzustellen. Die „Königsberger Straße“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (Bund), das Land Niedersachsen, den Landkreis Harburg, den Förderfonds Hamburg/Niedersachsen der Metropolregion Hamburg, die Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude und vielen mehr. Das Gesamtprojekt ist auf 6,14 Millionen Euro angelegt. (cb)