Moorburg – Wenn alles glatt läuft, will die ReGe Hamburg Projektrealisierungsgesellschaft mbH im Auftrag der Hafenverwaltung

HPA (Hamburg Port Authority) schon im Frühjahr 2019 die lange geplante Südanbindung des Containerterminal Altenwerder in Angriff neben. Dafür will sie westlich des Moorburger Hügels eine neue Straße anlegen, den alten Elbdeich durchstoßen, die neue Straße an die Straße Moorburger Elbdeich anbinden und den rund  370 Meter langen Abschnitt bis zur Waltershofer Straße „ertüchtigen“ .

Die Pläne sind mehrfach geändert worden. Vor drei Jahren sollten die neue Straße noch mit einem Kreisverkehr an den Moorburger Elbdeich angebunden werden. Dazu sollte es  weitere bauliche Veränderungen geben, die Brummifahrer davon abhalten sollten, bei Staus auf der Waltershofer Straße verbotenerweise durch Moorburg zu brettern, gleichzeitig aber Linienbussen und den Lastern von zwei ansässigen Speditionen die Durchfahrt zu ermöglichen. Das ist vom Tisch.

Vor zehn Jahren war HPA schon mal in den Harburger Bezirksgremien vorstellig geworden. Aber die Südanbindung fand dort keine Freunde. Man könne darüber vielleicht nachdenken, so hieß es damals, wenn vorher ein Verkehrskonzept für den gesamten Süderelberaum vorgelegt wird. Daran erinnerte jetzt CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer.

2008 hatte der Runde Tisch Moorburg eine ganz andere Variante vorgeschlagen. Die Trasse der Südanbindung sollte in östliche Richtung bis zum Bereich der Kattwykbrücke verlegt werden. „Diese Variante würde den Verkehrsfluss vom Containerterminal großräumiger, verkehrlich sinnvoller und stauunabhängiger verteilen“, sagte Rainer Böhrnsen, damals Sprecher des Runden Tischs.

Aus Sicht der Moorburger hat die Hafenverwaltung HPA ihre Pläne schon immer nach Gutsherrenart durchgesetzt. Streng nach Gesetz ist das ehemalige Elbdorf nun mal eine Reservefläche für die Hafenerweiterung – auch wenn die aktuellen Entwicklungen auf den Weltmärkten ganz andere Strukurmaßnahmen nahelegen. Und so legte die ReGe im Auftrag von HPA im Harburger Stadtplanungsausschuss jetzt eine Planung vor, die die Bedenken der Moorburger komplett ignoriert. Knackpunkt aller Vorschläge ist weiterhin die Frage, wie die schweren Container-Sattelzüge daran gehindert werden, trotz des Verbots für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen durch Moorburg zu fahren. Bei eine schlichten Einmündung ohne weitere Barrieren wäre es für die Brummifahrer ein Leichtes.

Das war dann auch gleich die erste Frage des Moorburger SPD-Politikers Sören Schinkel-Schlutt an ReGe-Projektleiter Stephan Runge, nachdem dieser seine Planungen vorgestellt hatte. Seine Antwort: „Wir werden ein Verbotsschild aufstellen.“ Gelächter im Saal. Am deutlichsten fiel die Reaktion von Harburgs Baudezernent Jörg Penner aus: „Sie geben sich der Illusion hin, dass Sie da mit einem Schild etwas erreichen können? Mit Verlaub: Das ist naiv!“ Das will Runge jetzt prüfen. ag