Harburg – Das Präsidium der Technischen Universität in Harburg sieht keinen Anlass, einen Verhaltenskodex für die Religionsausübung an der Hochschule zu verfassen. Das

hat die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung nach einer Anfrage der Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung Harburg mitgeteilt. Dem Präsidium seien keine religiös motivierten Konflikte an der TUHH bekannt.

Anlass für die Anfrage der Grünen waren offenbar Berichte über religiös motivierte Konflikte an der Universität Hamburg in Rotherbaum. Unter anderem sollen sich männliche muslimische Studenten geweigert haben, Zeugnisse aus den Händen von Frauen entgegenzunehmen, außerdem soll in Bibliotheken laut gebeten worden sein. Das Hochschulpräsidium hatte daraufhin einen Verhaltenskodex für die Religionsausübung an der Uni verfasst. Dies sind zwei Kernsätze aus dem Kodex: „Die Ausübung religiöser Freiheit in der Universität setzt die Anerkennung Anderer und den Respekt vor deren Glauben oder Unglauben und deren Überzeugungen voraus. Die Religionsfreiheit der Einen kann nicht weiter reichen als die Religionsfreiheit der Anderen.“


In den Ausführungsbestimmungen für den Kodex ist unter anderem auch geregelt, wie mit religiösen Symbolen umgegangen werden soll: „Die Verwendung religiöser Symbole (z.B. Kreuz, Davidsstern, spezifische Kopfbedeckungen) ist erlaubt. Gleiches gilt für das Tragen religiös motivierter Bekleidung, solange durch diese, z.B. durch Vollverschleierung, selbstverständliche Anforderungen an die wissenschaftliche Kommunikation, Unterrichtsdurchführung oder an Prüfungen (Feststellung der Identität) nicht behindert werden.“ Nach Auskunft der Fachbehörde ist die Vollverschleierung an der TUHH bislang kein Thema. ag