Hamburg - Es ist eine Tradition, dass die Harburger Schützengilde, angeführt vom amtierenden König, beim Neujahrsempfang im Hamburger Rathaus dabei ist. Dann überbringt

der 1. Patron dem Ersten Bürgermeister die Einladung zum Spargelessen beim Harburger Vogelschießen. Den Weg hätten sich die Harburger Schützen dieses Jahr eigentlich sparen können. Olaf Scholz kommt nicht. So zumindest die Auskunft aus dem letzten Juni.  "Ich hatte drei Tage nach dem Spargelessen beim letzten Vogelschießen die Einladung an die Senatskanzlei geschickt und schon die Nachricht erhalten, dass der Erste Bürgermeister am Tag unseres Spargelessens in diesem Jahr nicht kann", sagt Ingo Mönke. Aufgegeben hat er deswegen nicht. "Ich habe ihn noch mal darauf hingewiesen, dass er sich als Hamburgs Bürgermeister wenigsten einmal im Jahr in Harburg sehen lassen sollte. Da wäre das Spargelessen der Harburger Schützengilde der passende Rahmen", so Mönke. "Er hat zumindest zugesagt, dass er darüber nachdenkt."

So war es dann doch nicht nur ein freundliches Händeschütteln am Neujahrsmorgen, zu dem Gildekönig Sven Kleinschmidt mit seiner zehnköpfigen Delegation über die Elbe gekommen war. Danach ging es für die Schützen und ihre Frauen ins Privathotel Lindtner zu einem gemeinsamen Mittagessen im Gildezimmer. Erstmalig wurde zu diesem Anlass gemeinsam getafelt. "Wir haben uns überlegt, dass es, wenn wir am Neujahrsmorgen schon so früh auf den Beiden sind, eine gute Sache ist, nach dem Neujahrsempfang noch gemeinsam etwas zu unternehmen", so Mönke.

Als Allererster hatte ein anderer Harburger dem Ersten Bürgermeister und dessen Stellvertreterin Katharina Fegebank viel Glück im neuen Jahr gewünscht. Das war Oppositionsführer André Trepoll (CDU), der ein ganz besonderes Präsent für die beiden Spitzen der Stadt dabei hatte. Trepoll überreichte ihnen ein 1000-Teile Puzzle der extra aufgelegten "Roten Flora Edition". Das dürfte für zusätzliche Kopfzerbrechen über den Treffpunkt der linksextremen Szene in Hamburg sorgen. zv