Ohlsdorf – Abschied von Thomas Völsch. Rund 250 Menschen waren gekommen, um in der Kapelle 10 des Ohlsdorfer Friedhofs Harburgs „Bürgermeister“

die letzte Ehre zu erweisen. Unter den Trauergästen waren Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, die Senatoren Melanie Leonhardt und Frank Horch, SPD-Fraktionschef Andreas Dressel und Grünen-Fraktionschef Anjes Tarks oder der Leiter des Bezirksamtes Mitte, Falko Drossmann. Aus Harburg waren viele Weggefährten aus Politik und Gesellschaft gekommen. Darunter seine Vorgänger im Bezirksamt, Torsten Meinberg und Bernhard Hellriegel die Fraktionschefs in der Bezirksversammlung von SPD, CDU, Grüne, Linke und Neue Liberale.

In der einstündigen Trauerfeier ließen Trauerrednerin Annette Rosenfeld, Völsch Sohn Tobias und Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz noch einmal das Leben von Völsch Revue passieren. Die Trauergäste erfuhren aus mehreren Perspektiven viel über Thomas Völsch. Von dem gemeinsamen Weg mit seiner Frau Susanne, von seiner Leidenschaft dem Kochen, von gutem Wein und guten Whisky, von langen Gesprächen, von einem Thomas Völsch, der sich einsetzen und Verantwortung übernehmen wollte, der belesen war und leidenschaftlich diskutierte. Sie erfuhren auch, dass Thomas Völsch auch ein schlechter Verlierer sein konnte. Bei Brettspielen, so verriet sein Sohn Tobias, konnte er „gnadenlos“ sein.

Seinen wichtigsten Kampf, gegen den Krebs, hatte er verloren. Thomas Völsch hatte gekämpft. Lange. Als er das Ende unausweichlich kommen sah, war er bereit zu gehen. Er war kein schlechter, er war ein würdiger Verlierer. Thomas Vöslch verabschiedete sich persönlich von seinen engen Weggefährten. Er suchte sich die Musik für seine Trauerfeier selbst aus „AdiosNonina“ von Astor Piazzolla und „My Favorite Things“ von John Coltrane. Am Ende fassten sich die Trauergäste an den Händen und sangen gemeinsam „Auld Lang Syne“, den Song, mit dem im englischsprachigen Raum zum Jahreswechsel traditionell an die Verstorbenen des Jahres gedacht wird. Auch das hatte sich Thomas Völsch gewünscht. Er starb am 28. November.

Sein Sarg stand zwischen viele Kerzen, die Trauergäste auf Baumstämme gestellt hatten. „Würdig“ und „Ergreifend“ waren Begriffe, die nach der Trauerfeier fielen. Thomas Völsch wird eingeäschert und neben seinem Vater unter einem Baum auf dem Ohlsdorfer Friedhof im engsten Familienkreis beigesetzt. zv