Harburg - Superdiversität ist so ein verwirrender Begriff, mit dem die Vielfältigkeit von Stadtteilen definiert werden soll. Klingt abgedroschen. Es hat

aber einen neuen Ansatz. Während landläufig Vielfalt noch durch Menschen aus möglichst vielen Ländern definiert wurde, nimmt man für den Begriff Superderversität alle möglichen verschiedenen Unterschiede, wie Alter, Einkommen, oder beispielsweise politische Ausrichtung als Gradmesser. Das Ergebnis der von der Körber-Stiftung durchgeführten Untersuchung ist dann aber wenig überraschend. Wilhelmsburg, Harburg und die Veddel sind ziemlich Superdivers. Marmstorf oder Rönneburg sind es nicht. Ein Blick in die Stadtteilstatistiken hätte, zumindest für die Süden Hamburgs, gereicht, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

Laut Jonathan Petzold von der Körber-Stiftung gehört Superdiversität "zum Wesen einer Großstadt und ist Teil ihrer Attraktivität". Was die Untersuchung soll? Senatorin Melanie Leonhard hat einen neuen Blickwinkel auf die Stadt erkannt. "Sie zeigt, dass wir Vielfalt auch in Stadtteilen finden, an denen wir sie nicht unbedingt erwarten", so die Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Hohe Superdiversität zeigt aber auch, dass es Stadteile gibt, die nicht von einer Mehrheit, sondern von ganz vielen Minderheiten geprägt sind, die man am Ende unter einen Hut bekommen muss. zv