Harburg – Das erlebt Christian Evers vom renommierten Stadtplanungsbüro Evers + Küssner nicht allzu oft: Die Öffentliche Plandiskussion zum „vorhabensbezogenen Bebauungsplan Harburg 71“

sei eine „relativ entspannte Sache“ gewesen. Nun hat er einen Monat später im Stadtplanungsausschuss die Auswertung der Diskussion über den Neubau am Westrand des Harburger Wochenmarkts vorgelegt. Viel zu tun hatte Evers nicht.

Dabei hatte es vor der Diskussion noch ganz anders ausgesehen. Kaum waren die Pläne des Architektenbüros Schenk + Waiblinger öffentlich geworden, hagelte es heftige Kritik – vor allem in den sozialen Medien, die einige wohl als das eigentliche Parlament verstehen. Da war von einer „einfallslosen Architektur“ und einem „überdimensionierten Klotz“ zu lesen.

In der Öffentlichen Plandiskussion, der offiziellen Gelegenheit zum Mitreden und Mitgestalten war von den Kritikern des Neubaus keiner da. Stattdessen hatten sich im Harburger Rathaus vor allem älter Herrschaften eingefunden, die sich für die Mietpreise der geplanten Seniorenwohnungen interessierten, am Rande wurde nach einer behindertengerechten Wegeverbindung von der Neuen Straße runter zum Wochenmarkt, nach der möglichen Verschattung der Nachbargebäude gefragt. Und ob es stimme, dass keine Stellplätze für Autos vorgesehen seien.

Christian Evers: „Das alles war aber sehr konstruktiv und sehr harmonisch.“ So habe er das selten erlebt. Evers Auswertung war denn auch knapp. Er bestätigte, dass man nach einer Lösung für eine behindertengerechte Verbindung suche, dass es für die Verschattung keinerlei rechtliche Einschränkungen gebe und dass man wegen der „wirklich hervorragenden Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr“ auf Stellplätze für Autos ohne weiteres verzichten könne.

Das war’s! Wer bei der Gestaltung des Neubaus mitreden wollte, hat die Gelegenheit verpasst. ag