Harburg – Der Bebauungsplan Harburg 71, der den Rahmen für den Neubau des ehemaligen Bolero-Gebäudes am Westrand des Harburger Wochenmarkts stecken soll, hat die nächste

Hürde genommen: Das Bezirksamt hatte zu einer öffentlichen Plandiskussion ins Rathaus geladen. Die nahm allerdings einen überraschenden Verlauf.

Als im April der Entwurf des Architektenbüros Schenk + Waiblinger für das 30-Millionen-Euro-Projekt der AVW Immobilien AG veröffentlicht wurde, hagelte es in den sozialen Medien heftige Kritik: „Einfallslose Architektur“ hieß es und immer wieder wurde behauptet, „da wird über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden“. Jetzt hatten die Kritiker Gelegenheit, ihre Anregungen und Ideen vorzubringen. Gelebte Demokratie!

Doch im Rathaus versammelten sich nur knapp 30 Leute, darunter ein paar Bezirkspolitiker, der Investor und der eine oder andere Verwaltungsmitarbeiter. Dazu auffallend viele Menschen, die dem Augenschein nach schon im Rentenalter sind. Und die interessierten sich vor allem für die Größe der geplanten seniorengerechten Wohnungen und wie viel Miete verlangt würde.

Das konnte AVW-Vorstand Edward Martens aber nur zur Hilfe beantworten: „Geplant sind vor allem 2-Zimmer-Wohnngen mit 50 Quadratmetern.“ Über die Miete habe man sich noch keine Gedanken gemacht, das komme auch auf die staatliche Förderung an. Noch eine Frage zur Verschattung in der Neuen Straße und ob tatsächlich keine Stellplätze geplant seien (stimmt!). Das war’s. Keine Diskussion, keine Ideen, keine Anregungen, das öffentliche Interesse an diesem Neubau war gering. Und so endete die gesetzlich vorgeschriebene Plandiskussion nicht wie vorgesehen um 21 Uhr, sondern schon eine Dreiviertelstunde früher. mag

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