Museum Ausgrabung

Harburg - Die Archäologen aus Harburg sind auf der Cremon-Insel im Einsatz: In unmittelbarer Nähe zur Hafencity und zur Elbphilharmonie führt das

Team des Archäologischen Museums aus Harburg noch bis November eine Ausgrabung durch.

Auf der heute kaum noch als Insel zu erkennenden Cremon-Insel sichern die Archäologen auf dem Gelände „Bei den Mühren 2 bis 5“ alle archäologischen Spuren, bevor dort eine Neubebauung startet. "Die Wissenschaftler erhoffen sich Aufschluss über die Siedlungsentwicklung, Kolonialisierung und Nutzung des Areals vom Mittelalter bis in die Neuzeit", sagt Beate Trede, Pressesprecherin des Archäologischen Museums.

Untersucht werden dabei die hinteren Bereiche der Grundstücke, die im Norden an das 1946 zugeschüttete Katharinenfleet - die heutige Straße Katharinenfleet - grenzen. Trede: "Bei der Cremon-Insel handelt es sich um eine Marschinseln im Mündungsgebiet der Alster in die Elbe. Ihr Name leitet sich wahrscheinlich vom ersten im Stadtbuch erwähnten Grundeigentümer „Fredhericum de Crimun“ ab." Die Insel wurde vermutlich erst im 12./13. Jahrhundert besiedelt und dann 1247 zusammen mit dem Katharinenfleet erstmals urkundlich erwähnt.

Bisher wird angenommen, dass zu Beginn der Besiedlung ein Ringdeich angelegt wurde, der im Verlauf der heutigen Straßen Cremon, Katharinenstraße, Steckelhörn, Bei den Mühren und Bei dem neuen Kran verlief. Die frühen Grundstücke innerhalb dieser Eindeichung sollen dabei die gesamte Inselbreite eingenommen haben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Grundstücke zu immer kleineren Parzellen.

Mit der derzeitigen Ausgrabung gilt es, die bisherigen Ansichten zu überprüfen. Die ältesten Stadtabbildungen, auf denen die Cremon-Insel deutlich zu erkennen ist, stammen aus der Zeit um 1585 und 1588. Auf diesen ist bereits eine kleinteilige Parzellierung mit Hausbebauung bis zum Katharinenfleet hin zu sehen.

Zu dieser Bebauung gehören die jüngsten jetzt entdeckten Hausbefunde, außerdem eine Abfallgrube voller Keramik zur Zuckerhutherstellung; die Scherben datieren in das 18./19. Jahrhundert. Mehr als 100 Zuckerhut- und Melassetöpfe belegen, dass auf dem Grundstück Zucker raffiniert worden ist. Zwischen 1750 und 1850 war Hamburg das Zentrum der europäischen Zuckerraffination. Bezeichnenderweise stand in unmittelbarer Nachbarschaft um 1870 eine Destille: Zur Herstellung von Branntwein wird Zucker benötigt. (cb)

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Mehr als 100 Zuckerhut- und Melassetöpfe belegen, dass auf dem Grundstück Zucker raffiniert worden ist. Foto: amh