Harburg - Schuldner wird es freuen. Wer Geld bekommt, wird auf die Geduldsprobe gestellt. Der Grund: Die Gerichtsvollzieher in Harburg sind völlig überlastet. Im Gerichtsbezirk

Harburg, zu dem auch Wilhelmsburg und Finkenwerder gehören, lag die Arbeitsbelastung im vergangenen Jahr für die Geldeintreiber bei 137 Prozent. Das ist in ganz Hamburg der höchste Wert. Das bedeutet, dass viele Gläubiger lange warten müssen, bis der Gerichtsvollzieher tatsächlich versucht Geld beim Schuldner einzutreiben. "Zeiten von über sechs Monaten zwischen Erteilung eines Vollstreckungsauftrags und dem Beginn entsprechender Maßnahmen sind keine Seltenheit", weiß der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf-Dieter Fischer aus seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt. "Das trifft Handwerker und mittelständische Betriebe sehr hart und kann sogar deren Existenz kosten."

Fischer hat das Problem zum Thema gemacht. Die Verwaltung soll einen umfassenden Bericht liefern. Abhilfe schafft das nicht. Man weiß dann nur genauer, woran man ist. zv