Harburg – Knapp 40 Jahre nach ihrer Gründung ist die Technische Universität (TUHH) spürbar in Aufbruchstimmung. In der kommenden Dekade soll sie noch

einmal ordentlich wachsen. Statt 7000 bald 10.000 Studierende, statt 100 bald 130 Professoren. Das sind nur zwei Zielzahlen. Längst blickt das TUHH-Präsidium in Richtung Binnenhafen, um sich dort auszubreiten. Das Hamburg Innovation Prot (HIP) von Arne Weber steht nicht zufällig in den Startlöchern.

Alles nur Träumerei? Seit gestern ist endgültig klar: Die Politik steht voll hinter den Plänen der Hochschule. Das „A-Team“ der Regierungskoalition, SPD-Fraktionschef Andreas Dressel und Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks, war nach Harburg gekommen, um ein klares Zeichen zu setzen: Wir wollen den Wachstumskurs der Hochschule unterstützen! Neben neuen zukunftsorientierten Schwerpunkten, die das ohenhin schon sehr gute Renommee der Hochschule weiter erhöhen, sollen vor allem auch die Kooperationen mit anderen norddeutschen Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen ausgebaut werden.

Dressel und Tjarks hatten auch gleich einen Antrag im Gepäck, den sie im Mai in der Hamburgischen Bürgerschaft einbringen wollen und der alle Entscheider in Hamburg auf den Wachstumskurs einschwört. Allerdings: Konkrete Zahlen zur Finanzierung werden in dem Antrag noch nicht genannt. Dressel: „Und das ist auch gut so, denn wir haben aus der Scheingenauigkeit zu Beginn von Planungsprozessen gelernt.“ Jeder Hamburger wird sofort wissen, welches Bauwerk damit gemeint war. „Am Anfang muss ein Richtungsbeschluss stehen“, sagt Dressel. „Für die TUHH ist das ein Signal: Lauft los, wir unterstützen euch dabei.“

Am Rande gingen Dressel und Tjarks auch auf eine Diskussion ein, die besonders in Harburg gerne und intensiv geführt wird: Ist das nun die Technische Universität Hamburg oder die Technische Universität Hamburg-Harburg? TUHH könnte ja für beides stehen. Tjarks sagt: „Das ist eine Universität für die ganze Stadt. Aus Harburg.“ Und Dressel sagt zwar: „Technische Universität Hamburg.“ Fügt aber auch an: „Wir wollen das Harburg nicht unterschlagen. Es ist ein Qualitätsmerkmal.“

Dass die TUHH so gut dasteht, vom Wissenschaftsrat in den höchsten Tönen gelobt wird und nun auch mit neuer politischer Schubkraft  ausgestattet wird, ist sicher ein Verdienst von Prof. Garabed Antranikian und dem excellenten Team, das er um sich geschart hat und das er offenbar täglich neu begeistern kann und mit seinen  Ideen infiziert. Und da hört es sich gut an, dass Antranikian trotz des längst beschlossenen Rückzugs das Amt des TUHH-Präsidenten zunächst kommissarisch weiter wahrnehmen wird. Und er macht auch gleich Druck: „Wenn ich mir etwas wünschen kann: Es muss schnell gehen. Wer heute gewinne will, muss schnell sein.“  ag