Harburg – 18 Kilometer Stau zwischen Fleestedt und Elbtunnel. Zwölf Kilometer Stau auf  der A1 zwischen Maschen und dem Kreuz Süd. Stau und stockender Verkehr auf allen Zufahrtsstraßen.

Wer am Dienstagmorgen mit dem Auto unterwegs war, hat einiges zu ertragen. Schuld waren Markierungsarbeiten am Elbtunnel, in dem ohnehin eine Röhre wegen Arbeiten gesperrt ist. So standen statt der trotz der Baustelle vorgesehenen drei Spuren in jede Richtung in Richtung Norden nur zwei und in Richtung Süden zeitweise sogar nur eine Spur zur Verfügung.

Stau, das ist ein ärgerliches Dauerthema. Vor allem für Pendler unter Unternehmer, die durch Verkehrsbehinderungen teilweise empfindliche Zeitverluste hinnehmen müssen. Der Wirtschaftsverein hatte zusammen mit der Handwerkskammer deshalb eine Informationsveranstaltung mit Verantwortlichen der Behörden initiiert, die im Elbcampus unter dem Titel „Baustellen auf der A1 / A7: Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?“ stattfand. Dazu hatte die Behörde neben Claudia Latzer vom Landesbetrieb Straßen Brücken und Gewässer vor allem Christian Merl ins Rennen geschickt, ein Profi der Kommunikationsbranche, der Anfang des Jahres von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation angeheuert wurde und vorher 14 Jahre beim Verlagshaus Gruner + Jahr, zuletzt als Leiter Externe Kommunikation und stellvertretender Leiter der Unternehmenskommunikation war.

Kurz: Er kann es. Gekonnt, stellenweise mit entwaffnender Offenheit, ganz abseits des typischen „Behördensprechs“ vermittelte er den rund 50 Zuhörern, warum so viel saniert (es wurde in den letzten Jahrzehnten wegen Sparmaßnahmen verpennt) werden muss und mit welchen Tücken die Planer zu kämpfen haben. Dazu gehört beispielsweise das Wetter. Ein gutes Beispiel gab es am vergangenen Wochenende. Wegen angesagtem Regen mussten Asphaltierungsarbeiten auf der A7 verschoben werden. Der Asphalt würde bei so einer Witterung Blasen schlagen.

Vorgestellt wurde auch das System ROADS, was für Roadwork Administration an Decision System steht, an dem Behörden aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein beteiligt sind. Über ROADS werden die Baustellen zwischen den drei Bundesländern koordiniert. Am Dienstag hat es nicht viel gebracht. Der Elbtunnel, so zeigt sich wieder einmal, ist und bleibt ein Nadelöhr, weil es in der Vergangenheit versäumt wurde Elbquerungen westlich und östlich von Hamburg zu schaffen. zv