100706Mahnwache1Harburg - "Ein Licht gegen Gewalt" setzten etwa 600 Menschen, darunter vor allem junge Leute, vor dem Rathaus. Der gewaltsame Tod des 22 jahre alten Pascal E. hatte die Aktion ausgelöst. Pascal war an der

Bremer Straße von einem 27 Jahre alten, psychisch auffälligen und bereits wegen Messerstechereien aufgefallenen Mann erstochen worden. Der Fall, aber auch die Angriffe auf Polizisten in Neuwiedenthal, bei denen fünf Beamte zum Teil schwer verletzt wurden, haben zu der Aktion geführt. Teilgenommen hatten auch prominente Politiker, wie der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bürgerschaft, Michael Neumann. Wenig hilfreich war die Diskussion mit Bezirkspolitikern der Fraktionen. Hier trafen Wut auf Ausreden oder altbekannte Phrasen. Am Ende stellten die Menschen Kerzen auf die Rathaustreppe. Damit bekam die Veranstaltung den passenden Rahmen zurück.
Kritik kam von den Jugendorganisationen der Grünen und der SPD. "Es ist wichtig, dass das Problem Jugendgewalt öffentlich thematisiert und auf politischen Handlungsbedarf aufmerksam gemacht wird. Jedoch dürfen die Trauer der Betroffenen und der Wunsch nach schnellen Antworten nicht zum Zweck hetzerischer, auf Angst aufbauender Meinungsmache instrumentalisiert werden", findet Lena Mußlick von der Grünen Jugend. "Höhere Strafen, wie sie auch bei der Veranstaltung gefordert wurden, führen hingegen zu keiner gesteigerten Abschreckung bei den zumeist im Affekt ausgeführten Gewalttaten", findet Oliver Fornfeld von den Jusos. Sie würden "lediglich das Bedürfnis nach  Vergeltung" befriedigen. Vorfeld: "Verkürzte Schnellverfahren auf Kosten rechtsstaatlicher Prinzipien lehnen wir entschieden ab." zv

 

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