Harburg – Die mittlerweile drei mutwilligen Zerstörungen an der Fassade des Rathausforums haben bei der Politik die Probleme durch Problemgruppen in der Umgebung in

den Fokus gerückt. Jetzt wird über einen Ordnungsdienst zu Bestreifung nachgedacht. Zu einem Alkoholverbot können sich politisch Verantwortliche offenbar nicht durchringen. Dafür soll es eine Toilette für die Trinkerszene geben.

Unbekannte hatten an drei Tagen zwischen dem 4. März und dem 14. März Sandsteinplatten an der Fassade eingetreten. Der Schaden wird mit 30.000 Euro beziffert. Hinweise auf die Täter gibt es keine. Das Schlimme: Die Sandsteinplatten sind so auf der Fassade aufgebracht, dass sie auf Halterungen angebracht sind. Dahinter ist ein großer Hohlraum. Wirken Kräfte auf sie ein, brechen sie. Offenbar wurden die Platten eingetreten. „Wir haben zwar beim Bau darauf hingewirkt, dass die Verkleidung gegen Vandalismus resistent sein muss“, sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath. „Mit so etwas hat man aber nicht gerechnet.“ Eine finanziell vertretbare Lösung scheint nicht in Sicht. Die Platten müssten im unteren Bereich abgenommen und völlig neu unterfüttert und befestigt werden.

Wer die Täter sind, bleibt unklar. Dass die Szene, die sich rund um das Rathaus aufhält, nicht gerade die beste ist, ist lange bekannt. Ralf-Dieter Fischer, Fraktionschef der CDU,

will das Problem Rathausplatz und Umfeld „grundsätzlich“ angehen. Da bestehe Konsens mit der SPD, sagt Fischer. Man darf gespannt sein. Ideen, eine Videoüberwachung zu installieren, dürfte teuer und, wenn überhaupt, nur punktuell möglich sein. Von einem Alkoholverbot auf dem Rathausplatz, das ein Vorgehen gegen die dortige Trinkerszene ermöglichen würde, will Heimath momentan nichts wissen. Zwar hatte, nach jahrelangen Zweifel aus der Bezirkspolitik, kein geringerer Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) noch im vergangenen Oktober klargestellt, dass ein Alkoholverbot auf dem Rathausplatz möglich ist. Heimath befürchtet aber einen Verdrängungseffekt. Stattdessen sollen ein Ordnungsdienst auf Streife gehen. Gegen den Konsum gegen Alkohol wird der nichts machen können. Es ist ja weiterhin erlaubt. Damit dürfte es für die Ordnungshüter eine Hauptaufgabe werden, die Trinkerszene von den bisherigen Uriniergewohnheiten abzubringen und zur Nutzung der bald auf dem Rathausplatz aufgestellten Toilettenanlage zu drängen. Aber Harburg wäre nicht Harburg, wenn das mit der Toilette problemlos klappen würde. Die Umsetzungen der Planungen für das Rathausplatz-Pissori haben sich bereits verzögert. zv