Harburg – Nach den Flüchtlings-Erstaufnahmen auf dem Schwarzenberg und im ehemaligen Fegro-Markt könnte auch die Erstaufnahme Neuland I an der Schlachthofstraße noch

in diesem Jahr geschlossen werden. Das hat Anselm Sprandel, Leiter des „Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge“ (ZKF) im Sozialausschuss der Bezirksversammlung angekündigt. Voraussetzung sei allerdings, dass die Zahl der Flüchtlinge wie in den vergangenen Monaten weiter zurückgehen.

Sprandel räumte ein, dass Harburg „einen großen Anteil bei der Unterbringung von Flüchtlingen“ geleistet habe. Zum Jahresende 2016 waren in Hamburg von den insgesamt rund 40.000  geflüchteten Menschen 5600 im Bezirk Harburg – und hier vor allem im Erstaufnahmen – untergebracht. Sprandel: „Das wollen wir in diesem Jahr ändern.“ Bis zum Jahresende werde es in Harburg nur noch 4400 Plätze geben, wenn Neuland I geschlossen werde, sogar nur noch 4000.

Allerdings: Mit dem Abbau von mindestens drei Erstaufnahmen (Geutensweg, Schwarzenberg und Fegro) gehe auch die Einrichtung neuer Folgeeinrichtungen einher. Sprandel: „Wir wollen dem Bürgervertrag Folge leisten, der mehr kleinere Unterkünfte vorsieht.“ Dass der „Bürgerwille“ auch neue Konflikte schürt, zeigt das Beispiel der geplanten Unterkunft am Rönneburger Stieg. Dort sollen 260 Flüchtlinge untergebracht werden, die Unterkunft wird also kleiner als laut Bürgervertrag zulässig. Und doch regt sich massiver Protest. Nach Informationen von harburg-aktuell.de soll eine Klage von 80 Anwohnern unterstützt werden. Sprandel: „Man kann es eben nicht allen recht machen.“ ag