Museum

Harburg - Mit einer Doppel-Präsentation ist das Harburger Museum am Donnerstag in das Frühjahr gestartet: Zum einen wurde das „Archäologisches

Fenster Harburg“ in der Harburger Schloßstraße offiziell eröffnet, zum anderen wurde die neue Publikation des Museums, „Die Harburger Schloßstraße“ vorgestellt. An beiden Projekten war der Museumsverein maßgeblich beteiligt, der insgesamt 25.000 Euro aufbrachte, um die Umsetzung zu ermöglichen.

Rund 100 Kulturschaffende aus Harburg und Mitglieder des Museumsvereins folgten der Einladung des Museums ins TuTech-Gebäude. "Genau hier fanden 1992 vor 25 Jahren unsere ersten Ausgrabungen im Binnenhafen statt", sagte Museums-Direktor Rainer-Maria Weiss in seiner Begrüßung.

Selten besteht die Möglichkeit, aktuelle Ergebnisse einer Ausgrabung so zeitnah und so innovativ vorzustellen und dabei die eigene Geschichte direkt vor Ort zu vermitteln: Mit dem „Archäologischen Fenster Harburg“ öffnet das Archäologische Museum an der Harburger Schloßstraße ein Geschichtsbuch, das jahrhundertelang geschlossen war. "Das Museum zeigt dort ab sofort in drei Schaufenstern eine digitale Ausstellung, die die frühe Harburger Stadtgeschichte multimedial und interaktiv, aber auch mit originalen Exponaten lebendig werden lässt", sagte Projektleiter Dr. Michael Merkel, der betonte: "Das ist ein ganz neuartiges Konzept, das in dieser Form noch nicht zu sehen war."

Gleichzeitig präsentierte das Museum seine neueste Publikation „Die Harburger Schloßstaße“ mit brandaktuellen Ergebnissen der umfassenden Ausgrabungsarbeiten an der ältesten Straße Harburgs. Der Ort für die neue Museumsdependance könnte passender nicht sein: An kaum einem anderen Ort in Hamburg reichen archäologische Schichten so tief wie im Kern der Harburger Altstadt. Hier lag im Mittelalter die Keimzelle Harburgs, hier pulsierte einst das Herz der Stadt, die stets als die kleine Schwester Hamburgs galt. Während der Grabungskampagne von 2012 bis 2014 wurden auf einer Fläche von etwa 12.000 Quadratmetern mehr als 36.000 Funde erfasst und anschließend ausgewertet.

Die wichtigsten Grabungsergebnisse können ab sofort direkt vor Ort im „Archäologischen Fenster Harburg“ besichtigt werden: In jedem der drei Fenster kann durch spezielle Technik ein ganz eigener „Blick in die Vergangenheit mit Medien der Zukunft“ geworfen werden. So schafft das erste Fenster zunächst eine Orientierung vor Ort: Mit Hilfe von Videos, Fotos und Grafiken, die direkt auf den Boden, also den Ort der Ausgrabung projiziert werden, können Passanten die spannenden Ausgrabungen nacherleben.

Im zweiten Fenster kann der Betrachter selbst aktiv werden: Durch die Berührung der Fensterscheibe werden Informationen zu spektakulären archäologischen Fundstücken auf einem Monitor präsentiert. Dazu wird eine Auswahl der wertvollsten Funde im Original ausgestellt. Im dritten Fenster schließlich können über das vorhandene lokale Wifi unter dem Motto „Vielfalt erleben und kommunizieren“ Videos und eine Diashow mit Aufnahmen von der Ausgrabung individuell abgerufen und über soziale Medien kommentiert und geteilt werden. Ein Newsticker informiert über historische Ereignisse, aber auch über Führungen und Museumsveranstaltungen.

Mit seiner neuesten Publikation „Die Harburger Schloßstraße“ präsentiert das Museum nun erstmals die aktuellen Forschungsergebnisse der Ausgrabung mit brillanten Fotos und anschaulichen Plänen. Auf fast 150 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen wird die Entwicklung der Harburger Schloßstraße von den Anfängen bis heute zu einer spannenden Zeitreise. Das Buch ist für 19,90 Euro ab sofort im Museumsshop erhältlich und kann unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schriftlich oder unter 040/42871-2497 telefonisch bestellt werden.  (cb)

Thorsten Römer (links) und Rainer-Maria Weiss vor dem Archäologischen Fenster in der Schloßstraße. Foto: cb