Neugraben - Die Eröffnung der DRK-Kita im Neubaugebiet Vogelkamp dürfte sich verzögern. Nach Einschätzung des zukünftigen Betreibers

ist mit einer Eröffnung nicht vor 2019 zu rechnen. Geplant war eine Eröffnung im Jahr 2018. Hintergrund sind laut Harald Krüger, Vorstand beim DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg, ausufernde Kosten vor allem bei der Planung. Auch die temporäre Kita, die im ersten Quartal dieses Jahres als Reaktion der Belegung von knapp 700 Plätzen für Flüchtlinge in der angrenzenden Folgeunterkunft angekündigt war, dürfte nicht zu halten sein.

Es sind laut Krüger die immer höher werdenden Kosten, die das Projekt Kita Vogelkamp belasten. Der DRK-Kreisverband hatte für das Gebäude einen Architektenwettbewerb mit fünf Architekturbüros durchführen und bezahlen müssen. Dieser Wettbewerb krönte  allerdings - zumindest aus der Sicht des Betreibers - einen nicht gewollten Entwurf zum Sieger. Er zeigte eine zweigeschossige Ellipse in Holzbauweise. Für die einen ist es ein Leuchtfeuer - für die anderen ist es einfach nur teuer. Mehrere hunderttausend Euro soll, so berichten Insider, der Bau mehr kosten als der zweite Entwurf. Laut Krüger kamen zwischenzeitlich zusätzliche Kosten auf den Tisch, die der Auftraggeber nicht hinnehmen will. Die Alternative: Die zweite Entwurf soll umgesetzt werden.

Wie eine Posse dürften auf Außenstehende die Probleme mit der als Übergangslösung geplanten temporären Kita wirken. Sie soll aus Containern gebaut werden. Die gibt es reichlich, nachdem zahlreiche Zentrale Erstaufnahmen abgebaut werden. Das Problem: Betreiber der ZEAs ist die Innenbehörde. Die Kita für die Folgeeinrichtung ist Sache der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI). Die müsste die Container von der Innenbehörde übernehmen und dafür auch bezahlen. Das wäre kein Pappenstiel. Die Container sollen für zehn Jahre fest gemietet worden sein. Damit sind sie der BASFI zu teuer. Eine einfache temporäre Übernahme ist offenbar nicht möglich. Überschüssige Container, die momentan massenhaft anfallen, werden eingelagert und müssen, sind sie angemietet, weiter bezahlt werden.

Das soll nicht das einzige Problem sein. Das DRK müsste, so hieß es aus Kreisen der Politik, für einen temporären Kindergarten nicht nur die Container bezahlen, es handelt sich um rund 50 Stück, sondern auch das Grundstück in dem Areal für die Kita von der IBA mieten. Im Jahr, so ein Insider, würden dem DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg dadurch, auch nach Einlösung der Kita-Gutscheine, Verluste in Höhe von mehreren hunderttausend Euro entstehen.

Im Harburger Rathaus ist über die Entwicklung nicht glücklich. „Der Bezirk kann angesichts der erkennbaren Entwicklung in Neugraben-Fischbek weder mit einem Verzicht einer temporären Lösung noch mit einer Verzögerung der Kita im Park leben", so Bezirksamtsleiter Thomas Völsch. "Ich erwarte, dass die Beteiligten schnell eine konstruktive Lösung finden. Als Alternative für eine temporäre Lösung kommt meiner Meinung nach auch der ehemalige Baumarkt im Geutensweg in Betracht. Er steht leer.“ zv