Harburg – Wenn es um die Rotlichtszene geht, dann dürfte in Harburg so richtig „tote Hose“ sein. Zwei Bordelle sind den Behörden bekannt, von denen aber keines als solches angemeldet ist.

Statistisch gesehen arbeitet in jedem Betrieb eine Prostituierte. Denn lediglich zwei Frauen haben im Bezirk Harburg Prostitution als ihr Gewerbe angemeldet. Das geht aus der Antwort des Bezirks auf eine Anfrage der AfD hervor.

Die Realität sieht anders aus. Mit „Atmos“ am Großmoorring befindet sich in Harburg einer der größten Saunaclubs Norddeutschlands, in denen käufliche Liebe angeboten wird. Dort findet man, glaubt man dem Betreiber, „das pure Vergnügen auf über 2500 Quadratmeter“.

An der Buxtehuder Straße befindet sich im ehemaligen Unterelbebahnhof das „Freudenhaus“, ein Betrieb, in dem fast ausschließlich Prostituierte aus Südosteuropa ihrem Gewerbe nachgehen. Das Geschäft läuft offenbar gut. In den vergangenen Jahren breitete sich das Gewerbe in dem Gebäude, in dem früher auch eine Klempnerei war, immer weiter aus. Heute belegt das „Freudenhaus“ 100 Prozent der Fläche. Lediglich die Fetish-Ecke soll nicht so gut gelaufen sein und wieder geschlossen haben.

Das „Thai Harmony“ ist in der Harburger Schloßstraße zu finden. Dort wird einem „sinnliche Entspannung“ versprochen. Aktuell sollen „vier asiatische Damen“ dort ihre Dienste anbieten.

Das „erste Haus am Platz“ findet man gleich um die Ecke am Karnapp, wo „charmante Damen aus aller Herren Länder“ tätig sind. Tatsächlich gibt es diesen Standort gefühlt bereits seit Männergedenken.

Asiatisch geht es auch bei „Anjamanie Massage“ zu. Mindestens fünf Damen, glaubt man der aktuellen Eigenwerbung, legen dort Hand an. Das offenbar mit Erfolg. So bedankt sich ein Erwin im Gästebuch des Etablissements für die „wunderbaren Stunden“, die ihm den „Tag verzaubert“ haben.

„Lust am Leben“, so die Eigenwerbung, machen fünf asiatische Damen am Krummholzberg bei „Memory Thaimassage". Die Kundschaft, die sich Dieter, Wilfried oder Peter nennt, ist laut Gästebuch ganz hin und weg.

An der Stader Straße findet sich der „Candy Club“, das „Haus der Träume“. Auffallend. Auch hier zeigen sich fünf junge Asiatinnen als Stammpersonal. Die Location dürfte älteren Harburger noch aus der pre-bordelligen Zeit als die Szenekneipe „Baobab“ ein begriff sein.

Fast nebenan finden sich zwei Etablissements, die Tür an Tür liegen – das „Playful Girl“ mit „tabulosen Frauen“ und das „Alte Zeiten Gute Zeiten“, in dem laut Werbung „alle Zimmer komplett neu umgestaltet und neu renoviert“ wurden.

In der Wilhelmstraße findet sich das „Love House Harburg“, eine ebenfalls bekannte Adresse, in der mehrere Wohnungen Prostituierte beherbergen.

Mit der guten Verkehrsanbindung wirbt „Dreamgirls“ an der Stader Straße. Es liegt direkt an der Autobahnausfahrt. Dort kann man sich von „gleitenden Rhythmen“ tragen lassen.

Bei einigen der Etablissements ist der Unterschied von Modellwohnung zum Club oder Bordell schwer zu erkennen. In jedem Fall arbeiten dort immer mehrere Frauen, die in der Regel selbstständig sind und oftmals Zimmer mieten. Zu den bordellartigen Betrieben kommen noch zahlreiche Wohnungen, in denen einzelne oder mehrere Prostituierte ihrem Gewerbe nachgehen. zv