Eißendorf – Es herrscht Verärgerung am Ehestorfer Weg. Seitdem der Plan der Behörde bekannt wurde das Straßenstück zwischen der Majestätischen Aussicht

und der Brücke über die A7 endgültig fertig zu stellen, ist es mit dem Frieden in der Wohngegend vorbei. Die Anwohner sollen zur Kasse gebeten werden. Kräftig. Teilweise mehrere zehntausend Euro sollen sie als ihren Anteil für den Straßenbau aufbringen. Dagegen will man sich auch mit juristischen Mitteln wehren.

Nach dem neusten Stand soll der Ehestorfer Weg hergerichtet werden, weil der Zustand so schlecht ist. Das allerdings nur bis zur Brücke. Dahinter, dort ist auch noch Hamburger Stadtgebiet, begnügt sich die Verwaltung mit einer einfachen Instandsetzung der Fahrbahn. Für die Anwohner ist der Grund klar. Dort ist niemand, den die Stadt zur Kasse beten kann.

Dort wo an der Straße Häuser angrenzen, legt man voll los. Nach dem neusten Stand. Der sieht natürlich auch einen Fahrradschutzstreifen vor. Die Planungen sehen vor, dass jenseits der Brücke wie bisher der schotterige Waldweg als Fahrradweg genutzt wird, der nur auf einer Seite der Straße ist. Hat der Radfahrer die Brücke in Richtung Harburg überquert, muss er die Fahrbahn queren, um auf den Schutzstreifen zu kommen. Dass das die Radfahrer machen werden, glauben die Anwohner nicht. Seit Jahren verläuft ein kombinierter Fuß und Radweg auf der Waldseite. Die entsprechenden Schilder wurden flugs abmontiert. Bilder auf Street-View verraten, dass sie da waren. Pikant: 1979 wurde die Strecke im Rahmen des Schulwegsicherungsprogramms eingerichtet. Jetzt sollen die Radfahrer zurück auf die Straße. Das solle laut Behörde sicherer sein, sagen die Anwohner„Das wird niemand annehmen“, glauben sie.

Die restlichen Planungen sehen eine verbreiterte Straße mit engerer Fahrbahn für Kraftfahrzeuge und einen schmaleren Fußweg vor. Dabei ist die Straße seit 1979 als Hauptstraße eingestuft und damit besonders wichtig für den Kraftfahrzeugverkehr. Der Bürgersteig verengt sich auf unter 1,5 Meter. Das ärgert die Anlieger. Sie verweisen darauf, dass gerade der Fußweg von Kitakindern genutzt wird, die regelmäßig mit ihren Betreuern in den Wald gehen.

Was interessant werden dürfte: In einigen Grundbüchern ist nachzulesen, dass die Stadt in der Vergangenheit für Maßnahmen kassiert hat, die jetzt wieder in Rechnung gestellt werden sollen. Beispielsweise für die Entwässerung. Das war bereits 1928. Ohnehin hat die Straße alles, was eine fertiggestellte Straße ausmacht. Die Beleuchtung ist ebenso vorhanden, wie der Bordstein und die Entwässerung. Das die nicht funktioniert, ist ein anderes Thema. Man hat das Regenwassersiel, so wissen es die Anlieger, einfach verkommen lassen, bis es nicht mehr funktionierte.

So sind sich die Anwohner Dirk Schreiber, Michael von Aspen, Ulrich Neumann und Dirk Reese auch einig, worum es geht. Es geht um das Geld der Anwohner und das Geld des Bundes, der noch bis 2018 ein Förderprogramm für Radwege im Programm hat. Das wollen sie sich nicht gefallen lassen. „Hier wird das Hauptstraßennetz auf Kosten der Anlieger saniert“, sagen sie. Das wird in Zukunft noch zahlreiche Hamburger treffen, die an vergleichbaren Straßen wohnen.

Gut vorbereitet sind sie. Karten, Planungsunterlagen, Grundbucheinträge liegen vor. Andererseits: Die Planungen der Stadt laufen bereits und sind schon weit fortgeschritten. Man darf aus den Ausgang der Auseinandersetzung gespannt sein. zv