Sinstorf - Das Konzept der Behörden mit Bürgerverträgen Widerstand gegen Flüchtlingsunterkünfte einzudämmen, ist aufgegangen. Zur

Informationsveranstaltung in Sinstorf in der Sinstorfer Kirche kamen nicht nur deutlich weniger Menschen, als noch zu den Auftaktveranstaltungen. Sie waren auch deutlich unkritischer. Im Fall Sinstorf war der Vertrag am 28. Juli von Vertretern der Initiative, Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Senatorin Melanie Leonhard unterschrieben wurde, hat das Thema entschärft. Statt zwei Unterkünfte wird es in dem Bereich nur noch eine Unterkunft geben, die am Sinstorfer Kirchweg entsteht und auf 300 Plätze. begrenzt sein soll. Dazu gab es noch ein Leckerlie der Sozialbehörde. Durch den Zuzug von Flüchtlingen sei jetzt eine dritte Kindertagesstätte für den Stadtteil drin.

So entsteht der Eindruck, dass die Flüchtlingswelle ausgerollt ist. Dass das nicht so ist, kam nicht in Sinstorf, sondern vorher im Hauptausschuss der Bezirksversammlung zur Sprache. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch hatte dort klar gemacht, dass die Flüchtlingszahlen, wie oft suggeriert wird, nicht zurückgehen. Es kommen zwar deutlich weniger Menschen als 2015, insgesamt würde die Zahl der Flüchtlinge, die untergebracht werden müssen, aber weiter steigen. Aktuell seien es rund 400 Menschen monatlich, die in Hamburg blieben. Die kommen auch in großer Zahl aus Afrika. Das bedeutet, dass für dieser Zahl an Menschen, will man sie in Folgeunterkünften unterbringen, in Hamburg monatlich eine Unterkunft von mehr als der Größe der am Sinstorfer Kirchweg geplanten Anlage gebaut werden muss. Die Voraussage hat viele unbekannte Parameter. So kann die Zahl der Benötigten Unterkünfte durch Flüchtlinge, die in Wohnungen umziehen, verringert werden. Es kann aber auch sein, dass der Flüchtlingszustrom wieder ansteigt.

So wird sich in Zukunft zeigen, welchen Wert die Verträge haben und vor allem was sie für die Bereiche des Bezirks bedeuten, in denen solche Verträge nicht abgeschlossen wurden. zv