Ortstermin an der Engelbek

SinstorfEngelbek ist der Name des rund 6,5 Kilometer lagen Bachs, dessen Wasser in den Außenmühlenteich  fließt, klingt nach himmlischer Idylle.

In letzter Zeit ist dieser Eindruck allerdings getrübt. Die Klagen über ärgerliche Veränderungen im Umfeld des Gewässers häufen sich, inzwischen hat sich sogar eine „Interessengemeinschaft Sinstorfer und Langenbeker Wiesen“ gegründet. IG-Vorsitzende Dora Oetgen und ihre Mitstreiter berichten von einer zunehmenden Vernässung ihrer Grundstücke.

Bei einem Ortstermin mit festem Schuhwerk, der Anwohner und Vertreter von SPD, CDU und den Neuen Liberalen vom Gemeindehaus der Sinstorfer Kirchengemeinde über das Rückhaltebecken bis zum Krönenbarg führte, wurde deutlich, welche Folgen die Vernässungen haben: Wiesen sind zu Moorlöchern geworden, die Ufer werden unterspielt und bieten keinen Halt mehr für Bäume, Wasser dringt in Kellerräume, selbst die Tierwelt hat sich verändert: Überall machen sich Wildschweine breit und wühlen alles um.

Und was sind die Ursachen? Zunehmender Starkregen vielleicht, möglicherweise auch mangelnde Pflege von Sielen und Abflüssen. Oder gibt es einen Zusammenhang mit den Renaturisierungsmaßnahmen, die 2005 mit einer fünften Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums begannen? Inzwischen wird regelmäßig am Fluss gearbeitet und es hat sogar Umweltpreise gegeben. „Es geht sicher nicht darum, das Umweltengagement der Schüler gegen die Interessen der Anwohner auszuspielen“, sagt Jürgen Lüken. Er ist Anwohner (ist aber nicht selbst betroffen), hat ein Ingenieurbüro für Geotechnik und berät die Interessengemeinschaft.

Dora Oetgen hatte schon im April im Regionalausschuss Harburg um Auskünfte gebeten. Sie wollte unter anderem wissen, welche regelmäßigen Gewässerpflegemaßnahmen unternommen werden, um „die anfallenden Wassermengen rückstaufrei und für die Anwohner schadlos in den Außenmühlenteich abzuführen“. Und ob diese Wassermengen bei den umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen berücksichtigt worden sind. Antworten gibt es bisher nicht, vielleicht aber nach der parlamentarischen Sommerpause im September? ag