Neubaugebiet Vogelkamp

Neugraben – Energetische Klötze am Rande der Stadt. Dass so die momentan favorisierte Zukunft des Bauens im wachsenden Stadtteil Neugraben aussieht,

hatte es einigen Bereits nach dem Auftritt von Oberbaudirektor Jörn Walter im März bei Wirtschaftsverein in Harburg gedämmert. „Wir müssen in diesen Tagen natürlich darüber reden, dass wir diese Gebiete sehr dünn und sehr großzügig besiedeln, wie wir es aus der heutigen Perspektive kaum noch einmal machen können“, hatte er in Hinblick auf den bislang entstandenen Teil im Wohngebiet Vogelkamp gesagt. Was das bedeutet, hat Bezirksamtsleiter Thomas Völsch noch einmal bei der aus Sicht des Bezirks „gelungenen Auftaktveranstaltung“ mit dem Titel „Entwicklungsperspektive Neugraben-Fischbek 2025“ verdeutlicht. Teilgenommen haben laut Bezirksamt 130 Menschen aus dem Bereich. Umgerechnet sind das rund keine 0,5 Prozent der Einwohner.

Bereits fertige Teile vom Vogelkamp, die in zu lockerer Bauweise entstanden sein sollen. Foto: Andre Zand-Vakili

Auf der Veranstaltung wurde mehrgeschossiger Wohnungsbau favorisiert. Eine Einzelhausbebauung ist nicht vorgesehen. Für Steffen Langenberg von der FDP Süderelbe ist das „ideologischer Wohnungsbau“. Völsch wolle kein Meer aus Einzelhäusern, da Baugebiete für Einzelhäuser nach Völschs Meinung die Bevorzugung einer speziellen Schicht bedeuten würde, denen es immer gelänge, angemessenen Wohnraum zu finden. Völsch wolle stattdessen den Mittelstand halten und sähe die Zukunft eher im Geschosswohnungsbau, kommentiert Langenberg die Position des Verwaltungschefs. Als „abenteuerlich“ bezeichnete Langenberg die These von Völsch, dass die Baugebiete Vogelkamp, Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen nicht auf der „Grünen Wiese“ entstünden, weil sie ja in einem schon vorhandenen Stadtteil lägen.

„Für mich bedeutet Stadtplanung die Planung eines ganzen Stadtteils im Kontext der Umgebung, nicht aber die Gestaltung einzelner Baugebiete nach Vorgaben aus der Verwaltung ohne Berücksichtigung der Lage“, so Langenberg. Tatsächlich entstünden gerade drei Bebauungsgebiete mit einer Bebauung, die großteils nicht zum Rest des Stadtteils passe. „Es sei denn, man ist Fan von Geschossmietshäusern und meint, man müsse auch den ländlichen Raum damit beglücken, wie Völsch es tut“, so Langenberg. Sein Fazit: „Hier wird ideologische Baupolitik auf Kosten der alteingesessenen Bevölkerung und der Lebensqualität betrieben.“

Die in mehrgeschossiger Bauweise entstandene Sandbek-Siedlung. Foto: Andre Zand-Vakili

Beispiele für Wohngebiete in mehrgeschossiger Bauweise gibt es bereits. Dazu gehört beispielsweise die Sandbek-Siedlung, die in unmittelbarer Nähe zu den  neu geplanten Wohngebieten liegt. zv