160713Waggon1Harburg - Mit einer spektakulären Kran-Aktion ist am Dienstag der zweite historische Eisenbahn-Waggon der Kulturwerkstatt am Lotsekai aufgestellt worden. Der 1965

gebaute Güterwagen kam auf den Wasserweg in den Binnenhafen und wurde mit dem Kran von der Kastenschute auf die Schienen am Lotsekai gesetzt.

Mehr als 11 Tonnen hatte der Kran am Haken, als das Stück Eisenbahngeschichte vor der Skyline des Binnenhafens schwebte. Die in Harburg ansässige Firma Rhenus Midgard setzte den Waggon zuvor per Kran von der Schiene in eine Schute der Firma Walter Lauk, die dann durch die Hafenschleuse und die neue Drehbrücke bis an den Lotsekai fuhr.

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Vor der Skyline des Binnenhafens "schwebt" der Waggon an den Lotsekai.

"Beide Unternehmen unterstützen hier die Kulturwerkstatt sehr großzügig in ihrem Vorhaben, das Industrie-Ensemble weiter auszubauen und die Erlebbarkeit der Industrievergangenheit im öffentlichen Raum zu stärken", freute sich Gorch von Blomberg von der Kulturwerkstatt.

Der Waggon ist 10,7 Meter lang von Puffer zu Puffer und wiegt 11 Tonnen. Er wird als Werkstatt und Lager eingerichtet, so dass der zweite Waggon als Ausstellungs- und Bühnenfläche besser genutzt werden kann. Gebaut wurde er vor mehr als 50 Jahren zum Teil unter Verwendung von Bauteilen früherer Waggons. Die letzten 20 Jahre überdauerte er ausgemustert als „Bahnhofswagen“im Rangierbahnhof Maschen. Der Waggon konnte schließlich durch eine Spende des Harburger Unternehmers Reinhard Knoche angeschafft werden.

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Der 11 Tonnen schwere Waggon am Kranhaken.

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Geschafft: Der Güterwaggon steht an seinem Platz. Fotos: cb

Als ehemaliger Eisenbahner hat Vereinsmitglied Günter Lange die Kontakte angebahnt: „Ich stamme aus einer der vielen Eisenbahnerfamilien Harburgs, habe selber mein Arbeitsleben dort - und zwar im Ausbesserungswerk Harburg - verbracht. Dort wurden auch diese Wagentypen gewartet. Ich freue mich sehr, dass wir die Möglichkeit haben, so einen Wagen jetzt zu erhalten. Sie fahren ja nicht mehr. Deshalb engagiere ich mich als Mitglied in der Kranwerkstatt“

Ein dritter Waggon wird noch gesucht. Alle drei gemeinsam zeigen dann in einer historischen Reihe die Entwicklung der Stückguttransporte bei der Bahn und im Hafen.

Wer mitmachen möchte beim Umgang mit echter Eisenbahntechnik, bei der anstehenden Überholungsarbeiten und bei der kulturellen Bespielung des Ensembles, ist herzlich eingeladen, am zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr die „Kranwerkstatt“ in den Vereinsräumen am Kanalplatz 6 zu besuchen.  (cb)