160617Gilde2Harburg – Wer sich angesichts der Ansagen auf einen Ausmarsch im Regen eingestellt hatte, wurde erfreut. Das Wetter hat es gut gemeint mit den Harburger Schützen. Zum

Rathausempfang, zum Ausmarsch und zu dem Spargelessen, zu dem mehr als 500 Teilnehmer ins Festzelt auf dem Rathausplatz kamen, zeigt sich der Juni von seiner besseren Seite.

Da konnte auch die dröge Rede von Bürgermeister-Ersatz Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, der Stimmung keinen Abbruch tun. Nach der kleinen Blödel-Schmeichelei „Wer es in Harburg schafft, schafft es überall“, spulte sie die Hamburger Wohnraumhymne ab, die es den Zuhörern schwer machte die von Deputationsmitglied Ingo Mönke eingeforderte Aufmerksamkeit durchzuhalten. Immerhin: Stapelfeld ging auf die Aufforderung des 1. Patrons Conrad Bader ein, der in seiner ersten Rede in dieser Position moniert hatte, das Harburg bei der Stadtentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten „klar zu kurz“ gekommen sei. Davon hätte sich die Senatorin beim Ausmarsch, der über den Harburger Ring ging, selbst ein Bild machen können.  „Gern“, so ließ Stapelfeld die Schützen und ihre Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur wissen, nehme den Arbeitsauftrag an. Abwarten.

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Senatorin Stapelfeld bei ihrer Rede im Festzelt. Fotos: zv

Kleine Neuerung: Beim Empfang im Rathaus übergab Harburgs "Bürgermeister" Thomas Völsch den Schlüssel zum Rathaus an die Gilde. Das passierte sonst nach dem Zapfenstreich. Erfolgreich: Das Frühstück des Wirtschaftsvereins in der Helmslounge, das sich als zweites Erfolgsstück am Ausmarschtag etabliert hat. Jochen Winand und Udo Stein aus dem Vorstand begrüßten 60 Gäste. Kleines Verbal-Malheur: Stein sprach bei der Vermittlung von Gilde-Regeln vom Kondolenzbuch, in das sich die Gäste beim Rathausempfang eintragen sollen. Es heißt natürlich Gästebuch. "In dem Moment, in dem ich es gesagt hab, habe ich gemerkt, dass irgendwas falsch ist", sagt Stein.

Am Freitagabend wird die Gilde den Zapfenstreich zu Ehren von Gildekönig Ingo Volkland zelebrieren, der mit dem alten Landsknechtritual verabschiedet wird. Am Sonnabend versucht sich die Gilde mit dem Hühnerfrikassee-Essen (ab 13.30 Uhr) im Festzelt mit einem neuen Ansatz in Sachen Volksfest, bevor eine Woche später, am Sonnabend, 25. Juni, das eigentliche Schiessen auf den Holzvogel auf dem Schwarzenberg stattfindet. zv

Veröffentlicht 17. Juni 2016