160422AngeklagteHarburg – Über ihren Anwalt hat sich zum Prozessauftakt Jasmina U. zum Tod ihres fünf Monate alten Sohnes eingelassen. Das Kind war letzten November in ihrer

Wohnung an der Gaiserstraße erstickt. Die 29-Jährige, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, hatte es mit Decken zugedeckt, um das Geschrei nicht hören zu müssen. Es ging viel um eigene Benachteiligung, die Schuld von anderen. So sieht sie sich: Kriegsflüchtling aus Bosnien. Ein Opfer. So sieht sie ihren Freund, der zur Tatzeit arbeiten war: Brutal, herrschsüchtig und ausbeuterisch. „Ich fühlte mich wie eine Sklavin“, ließ sie verkünden.

Auch im Frauengefängnis will sie weiter Opfer gewesen sein. Wegen Mobbings wurde sie in die Psychiatrie verlegt.

Zur Tat selbst: Sie schaute auf dem Handy eine Fernsehshow an, während ihr Sohn erstickte. Was von ihren Wahrnehmungen der Realität entspricht, ist unklar. Ihr Freund wurde bislang nicht gehört. Weitere Prozesstage folgen. Der nächste Termin am Landgericht Hamburg soll am 15. Juni sein. zv

Veröffentlicht 26. April 2016