160425Hafen1Harburg - Fischbuden gehören auf jedes Hafenfest. Doch das Harburger Binnenhafenfest hat sogar eine eigene Fischhalle - die sogenannte Alte Fischhalle. Kabeljau

und Co. kann man dort allerdings nicht kaufen. Denn Werner Pfeifer, seit Jahren feste musikalische Größe auf dem Binnenhafenfest und darüber hinaus, ist seit Kurzem stolzer Besitzer des 110 Jahre alte Gebäudes, das er zum maritimen Kulturzentrum umbauen will. „Bevor die Bauarbeiten beginnen, öffnen wir die Fischhalle vom 4. bis 5. Juni für alle Festbesucher“, sagt Pfeifer.

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Die bunte Meile beim Harburger Binnenhafenfest. Foto: cb

Dort stellen sich künftigen Nutzer vor: die Geschichtswerkstatt Harburg mit ihren Publikationen, der Künstler Knud Plambeck mit Boots-Objekten aus Stahl, der Verein Museumshafen Harburg, Uschi Tisson mit Harburg Ahoi - Die Hafenkiste" sowie die zukünftige Bistro-Betreiberin. Selbstverständlich ist der Bauherr ebenfalls anwesend und wird den 150 Quadratmeter großen Raum mit Gitarrenmusik füllen.

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Die THW-Mannschaft rückt mit ihrer Arbeitsplattform an. Foto: THW

Während der Festtage ist die Fischhalle auch Kulisse für die Museumsschiffe und Wasseraktivitäten. „Gleich drei Premieren haben wir diese Jahr“, verrät Timo Blume vom Veranstalter KulturWerkstatt e.V.. Auf der Wasserarena zwischen Lotsekanal Klappbrücke und Fußgängerbrücker Kanalplatz tanzt das Dingi-Ballett, das eine Dressurreiterin choreografiert hat. Außerdem paddeln bei der besonderen Optimisten Regatta die Bootsführer um die Wette, statt zu segeln. Und das Technische Hilfswerk (THW) demonstriert eindrucksvoll wie es Menschen aus einem überfluteten Gebäude retten, es gegen Einsturz sichern und später auspumpen.

Wenn es den kleinen Gästen bei Kultur und Wasserschau langweilig wird, gibt es für sie rund um Lotsekai und Zitadellenstraße allerlei Alternativen. Einfach mit dem Shuttleboot vom Kanalplatz aus übersetzten lassen und schon warten Riesenseifenblasen, Kinderschminken, ein Tipi Zelt mit Bastelecke für Indianerschmuck und vieles mehr.

Das THW stellt sogar einen Kran auf, mit dem die selbsternannten Kranführer Autoreifen umstapeln dürfen. Wenn Socken anfangen zu Sprechen, ist die Truppe Rampen Rudel am Werk. Auf der Bühne des Info-Marktplatzes spielt das Sockenpuppen Theater des Harburger Turnerbundes am Sonntagnachmittag eine spannende Piratengeschichte.

Und die Kindergruppe der Akademie für Musik und Kultur führt ein Tanztheater auf bei dem es um Raum und Selbsterfahrung geht. Ein Teil der jungen Akteure kommt aus naheliegenden Flüchtlingseinrichtungen. Erfolgserlebnisse auf der Bühne sollen sie motivieren weiterzumachen und zeigen, dass sich Durchhalten lohnt.

Der Info-Marktplatz ist wie im letzten Jahr wieder Treffpunkt für Vereine und Initiativen. Alle sind herzlich eingeladen, ihre Aktivitäten zu präsentieren. Wer keinen eigenen Stand hat, bekommt einen gemäß dem Motto „Hand gegen Stand“ kostenlos gestellt. Das heißt, wer einen Stand benötigt, soll im Gegenzug eine helfende Hand stellen. Die kann das Organisationsteam der KulturWerkstatt e.V. bestens gebrauchen. Denn, damit ein Fest dieser Größe reibungslos verläuft, steht jede Menge Arbeit an. (cb)