160413AbrissHeimfeld - Vor wenigen Tagen wurde am Corduaweg wieder ein Haus im sogenannten "Villen-Viertel" abgerissen. Auftrag ist Nachbar Matthias Wolpers. Der

Bauinvestor lässt dort ein neues Doppelhaus mit vier Wohnungen errichten. "Dort wird gebaut, was ich eigentlich auf dem Grundstück vorhatte, auf dem ich wohne", sagt Wolpers. Verkauft werden sollen die Wohnungen nicht. Er will sie vermieten. Diese Veränderung im "Villen-Viertel" hielt der Bezirk bislang für verträglich, um den Charakter des Wohngebietes zu erhalten. Es ist das einzige gewachsene Wohngebiet in Harburg, dass die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überdauert hat. Der Bezirk hatte es deswegen als „besonders geschütztes Wohngebiet“ eingestuft.

Dieser Status ist jetzt in Gefahr. Die Fachbehörde will Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) will an diesem Status rütteln. Stadtplanungsausschusses berichtete die Verwaltung über das Ansinnen der BSW, Hamburg weit alle besonders geschützten Wohngebiete in reine Wohngebiete umzuwandeln. Hintergrund dürfte der Bau von Flüchtlingsunterkünften sein. "Es steht zu befürchten, dass dieses plötzliche Änderungserfordernis aus den Entscheidungen  des VG und des OVG Hamburg im Falle des Flüchtlingsheims Harvestehude herrührt", so Kay Wolkau, Fraktionsvorsitzender der Neuen Liberalen in der Bezirksversammlung. Er fordert die Politik auf, den Plan der BSW zu stoppen. Wolkau: "Wir sehen ein derartiges Änderungserfordernis zur Umwandlung in ein reines Wohngebiet in Heimfeld nicht gegeben. Wir wollen dieses Kleinod für Harburg mit seiner besonderen, vollumfänglichen Schutzwirkung, die ihm derzeit zu Teil wird, erhalten." zv

Veröffentlicht 13. April 2016