160318Seeve2Harburg – Wenn das nicht volksnah ist. Zum Thema "Schmuddelmeile" Seevepassage wird es Kolloquien geben. Ko-Was? werden sich jetzt viele Harburger fragen, von denen der

eine oder andere bei der Begrifflichkeit sich spontan eine Klo-Rolle unter den Arm klemmen würde. Die Frage ist berechtigt. Man hätte die Kolloquien aber auch Gesprächsrunden nennen können. Die sollen jetzt Ideen entwickeln, wie man das baulich verhunzte, von den Angeboten in seiner Berechtigung als Oberzentrum zweifelhaft und teilweise verwahrloste Stück Einkaufsstraße zwischen Lüneburger Straße und Phoenix-Center attraktiv machen kann. Dafür gibt es Geld, rund 1,2 Millionen Euro, vom Phoenix-Center als Gegenleistung für die Erweiterung in Form des jüngst eröffneten Food Courts. Jetzt soll „das Geld mit maximaler Wirkung“ eingesetzt werden. „Gefragt ist die Entwicklung von Ideen sowie eines langfristigen gestalterisch städtebaulichen Gesamtkonzeptes. Es werden freiraumplanerische, aber auch städtebauliche sowie künstlerische Ideen gesucht, die vordringlich zur Aufwertung und Identitätsstiftung im öffentlichen Raum beitragen“, heißt es vom Bezirksamt.

Sprachlich ist die Seevepassage durch den Begriff „Kolloquium“ bereits so stark aufgewertet worden, dass vermutlich die Masse der Harburger damit überhaupt nichts anfangen können. Dafür gibt es gleich drei dieser begrifflich von höchsten Ansprüchen geprägten Veranstaltungen.

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Verwahrlost. Die Ecke am Seeveplatz. Fotos: zv

Am 12. April findet von 9 Uhr bis 14 Uhr das Auftaktkolloquium statt. Es dient, so das Bezirksamt, der weiterführenden Information der eingeladenen Planungsbüros. Die Büros erhalten die Möglichkeit Fragen an die Vertreter des Preisgerichtes, die Teilnehmer der „Begleitgruppe Seevepassage“, an das Organisationsbüro und an die Sachverständigen der Verwaltung zu richten. In einem kleinen Rundgang wird der Planungsraum vorgestellt. Das Preisgericht besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern und setzt sich aus einem Landschaftsplaner und Städtebauer, Verwaltungsvertretern, einem Vertreter der ECE Development G.m.b.H. & Co. KG sowie Kommunalpolitikern zusammen.

Am 25. Mai findet von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr das Zwischenkolloquium statt. Das Preisgericht stimmt unter Ausschluss des großen Beteiligungskreises über die Ergebnisse ab und benennt drei Planungsbüros, die ihre Entwürfe unter Berücksichtigung der formulierten Hinweise vertiefen. Die erste Arbeitsphase des Gutachterverfahrens ist damit abgeschlossen.

Ganz spannend wird es dann am 15. Juli beim Endkolloquium, das von 9 Uhr bis 14 Uhr stattfindet. Dann werden die endgültigen Ergebnisse der drei verbliebenen Planungsbüros präsentiert und wiederum in „großer Runde“ diskutiert sowie für den weiteren Prozess abgewogen. Das Preisgericht sowie die jeweiligen Vertreter werden eine Bewertung unter Ausschluss des gesamten Plenums vornehmen und den Siegerentwurf küren.

Die Kosten für die Gesprächsrunden, pardon für die Kolloquien, und die Kosten für den Wettbewerb gehen von den 1,2 Millionen ab. Damit schrumpft dieser Betrag bereits, so heißt es, um rund 100.000 Euro. zv

Veröffentlicht 18. März 2016