160215Protest1Sinstorf - Für die geplante Flüchtlingsunterkunft am Sinstorfer Kirchweg wollte das Bezirksamt Harburg am Montag eine Genehmigung für das Fällen von 14 Bäumen

erteilen. Doch die Genehmigung wurde vorerst nicht erteilt: "Es muss zunächst geprüft werden, ob die eingereichte Petition der Bürgerinitiative Marmstorf/Sinstorf eine aufschiebende Wirkung hat", sagte Bezirksamts-Sprecherin Bettina Maak gegenüber harburg-aktuell.

Wie berichtet sollen zwei neue Flüchtlingslager in Sinstorf und Marmstorf eingerichtet werden. Um ihren Unmut auszudrücken rief die Bürgerinitiative Sinstorf/Marmstorf am Montagmorgen zu einer Protestaktion in Form einer "Trauerfeuer" auf, um Abschied von den 14 Bäumen zu nehmen, die in Kürze gefällt werden sollen.

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Die Protestaktion der BI am Sinstorfer Kirchweg. Foto: pr

Knapp 40 Personen folgten der Einladung auf die Fläche zwischen der A7 und dem Sinstorfer Kirchweg. "Wir nehmen Abschied von den Bäumen, die hier seit mehr als 60 Jahren stehen und den Anwohnern Sinstorfs als lebendiger Schallschutzwall gegen die täglich vorbeifahrenden 120.000 Autos auf der Autobahn", sagte der Sprecher der BI, Stefan Heidtmann.

"Obwohl die Bezirkspolitik den Anwohnern ein geordnetes, faires und offenes Baugenehmigungsverfahren versprochen hat, ist uns am Freitag mitgeteilt worden, dass heute das Todesurteil für diese Bäume gefällt werden soll", sagte Heidtmann. Außerdem sagte er: "Wir trauern heute nicht nur um 14 Bäume, sondern auch um unsere Demokratie, denn obwohl die Politik in ihrer Stellungnahme vom 26. Januar einen Runden Tisch, Lärmschutzgutachten und einen erforderlichen Schallschutz gefordert hat, schafft die Verwaltung hier einfach so eben Fakten. So kann man mit den Bürgern und Wählern nicht umgehen."

Am Sonntag wurde eine Petition bei der Bürgerschaft gegen diesen Verwaltungsakt eingereicht. Am Montag will die Bürger-Initiative den Antrag auf ein Bürgerbegehren im Bezirk stellen. (cb)