160212Brücke1Harburg - Die Sperrung der Klappbrücke im Harburger Binnenhafen hat alles verändert: Die pulsierende Hauptschlagader, der Veritaskai, ist wie ausgestorben. Dort

wo sonst die Fahrzeuge dicht an dicht entlang donnerten, herrscht plötzlich stille. Erst seit Anfang Januar ist die sonst vielbefahrene Achse durch den Binnenhafen wegen der zehn Monate dauernden Sanierung der östliche Bahnhofskanalklappbrücke gesperrt. Doch die Sackgassen-Situation auf beiden Seiten der Brücke hat bereits jetzt drastische Auswirkungen auf die dort ansässigen Geschäfte.

"Die Profis finden uns noch, aber der normale Kunde bleibt weg", beschreibt Handelshof-Chef Jörn160212Brücker Sörensen die Situation in seinem Großhandel an der Nartenstraße. "Wer normalerweise etwa auf dem Heimweg bei uns zum Einkaufen vorbei kam, meidet die Verkehrssituation und fährt woanders hin. Der Verlust ist deutlich spürbar." Außerdem, sagt Sörensen: "Es muss ja gemacht werden, aber warum dauert es so lange?

Nicole Sperling, Stationsleitung der Hoyer-Tankstelle an der Nartenstraße, beschreibt die Situation mit einem Wort: "Das ist eine Katastrophe! Wir sind komplett abgeschnitten. Vor allem die Lkw bleiben weg, da der Weg zu uns mit einem Umweg und Verkehrsbehinderungen verbunden ist", sagt Sperling. Sie schätzt, das derzeit rund 40 Prozent weniger Kunden als sonst bei ihr tanken. Sperling: "Und wenn die Brücke am Veritaskai fertig ist, gehen die Behinderungen durch die Reparatur der Brücke Hannoversche Straße weiter."

"Durch die Sperrung kommen rund 20 bis 30 Prozent weniger Gäste zu uns", sagt Kethees vom Momento Di. "Vor allem die Gäste, die normalerweise aus Richtung Wilhelmsburg zu uns kommen, bleiben weg." Außerdem seien die Umgehungen Sperrung schlecht vorbereitet gewesen: "Die 160212Brücke2Ausweichstrecken sind teilweise in schlechtem Zustand. Die Hannoversche Straße ist durch die Verengung an der Brücke sowieso schon ein Engpass", so Kethees. Der Restaurant-Betreiber versteht - ebenso wie viele andere Geschäftsleute - nicht, warum die Reparatur einer Brücke zehn Monate lang dauert.

Warum die Maßnahme so langwierig ist, erklärt Richard Lemloh, Pressesprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: "Die im Jahre 1934 erbaute östliche Bahnhofskanalklappbrücke ist ein geschütztes Baudenkmal. Die Brücke ist in ihrer Substanz jedoch so stark geschädigt, dass sie durch einen Neubau ersetzt werden muss."

Außerdem sagt der Behördensprecher: "Da sie in Zukunft nicht mehr bewegt werden muss, wird das neue Brückenbauwerk an gleicher Stelle als ein Rahmenbauwerk in Stahlbetonbauweise zwischen den vorhandenen Widerlagern hergestellt. Um den Anforderungen des Denkmalschutzes Rechnung zu tragen und das Erscheinungsbild des Bauwerkes zu erhalten, werden die Abrollelemente und der Gegengewichtskasten saniert und wieder aufgestellt."  (cb)