160127StolperNeugraben - Bewegende Momente hat es am Mittwoch in der Falkenberghalle in Neugraben Fischbek gegeben: Rund 300 Gäste haben an der Gedenkveranstaltung

anlässlich der Einweihung der Stolpersteine für Alice Weilová und 17 weitere Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen. Das Datum für die Veranstaltung hätte nicht besser gewählt sein können: Am 27. Januar 2016 jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 71. Mal.

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Pastor Hanno Billerbeck von der KZ-Gedenkstätte hielt die Gedenkrede. Foto: cb

Eigentlich wollte bei der Veranstaltung auch die Tochter von Alice Weilová, Dr. Eva Keulemansnová aus Prag anwesend sein, um den Stolperstein für ihre Mutter zu enthüllen. Doch die 89-jährige ist schwer erkrankt und musste kurzfristig absagen. "Sie wäre wirklich gern dabei gewesen und hatte bis zuletzt gehofft, dass sie die Reise antreten könnte", sagte Klaus Möller von der Initiative Gedenken in Harburg.

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18 Schüler verlasen die Namen der 18 Opfer. Foto: cb

Nach dem musikalischen Auftakt durch den Oberstufenchor der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg, zeichnete Pastor Hanno Billerbeck von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in seiner Gedenkrede den Leidensweg von Alice Weilová und ihrer Familie nach: Die Familie wurde von Prag nach Theresienstadt deportiert. Später wurden sie ins KZ nach Auschwitz, ins KZ Neuengamme und ins KZ-Außenlager Neugraben am Falkenbergsweg verlegt.

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Thomas Grübler (v.l. ), Rukiye Kapaklikaya, Viktoria Schilinski und Klaus Möller. Foto: cb

Als die Frauen im Februar 1945 erneut verlegt wurden, war Alice Weilovás Körper inzwischen so geschwächt, dass er den starken physischen und psychischen Belastungen des Lagerdaseins nicht mehr gewachsen war. Kurz vor der Räumung des KZ-Außenlagers Tiefstack schloss Alice Weilová für immer die Augen.

18 Schüler der veranstaltenden Stadtteilschule und der Schule In der Alten Forst in Eißendorf verlasen anschließend stellvertretend für alle Paten der Stolpersteine die Namen der 18 Opfer. In einem Gedenkgang ging es zum Falkenbergsweg 62. Dort wurden die Gedenksteine für Alice Weilová, Lili Wertheimer, Anna und Erika Dawidowicz enthüllt und Rosen niedergelegt. (cb)