160113HarbCenterHarburg – Wenn in Harburg zukünftig etwas überplant wird, heißt das nicht unedingt, dass man etwas substanziell ändern will. Es soll sprichwörlich überplant, als verhüllt werden.

Mit Planen statt baulichen Veränderungen soll der Bereich Seevepassage aufgepeppt werden, um Passanten den Anblick der vor sich hin rottenden oder einfaltslosen Architektur zu ersparen. Diese Idee kommt vom SPD-Bezirksabgeordneten und Vorsitzenden des Stadtplaungsausschusses, Frank Richter. Dabei hat er große Vorbilder. Schon der mit Asbest verseuchte Palast der Republik, Sitz der DDR Volkskammer, der gern als „Erichs Lampenladen“ verspottet wurde, war vor seinem Abriss verhüllt worden. „Festzustellen ist, dass es an verschiedenen Stellen der Seevepassage sehr unattraktive Bereiche gibt. Insbesondere die Fassade und der ehemalige Eingang zum Harburg Center unmittelbar anschließend an den Gloriatunnel und der Bereich des Marktkauf-Centers direkt gegenüber dem Durchgang zum Phoenix-Center sind unattraktiv und für Passanten sowie potenzielle Kunden in der Innenstadt abschreckend“, heißt es in einem entsprechenden Antrag für die Bezirksversammlung.
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Kein schöner Anblick. Das Harburg Center richtung Seevepassage. Foto: zv

Die Planen sollen eine Zwischenlösung sein. Richter setzt auf die Ergebnisse eine Gutachterverfahrens, durch das konkrete Planungen für eine Neugestaltung des öffentlichen Raums möglich werden sollen. Bis dahin sollen die Planen die optischen Sinne der Harburg-Besucher täuschen. In der Politik wird bereits geunkt, dass die SPD auf Qualitätsplanen setzen sollte. Das Harburg-Center ist seit Jahren ein Schandfleck, ohne das eine konkrete Lösung in Sicht ist. Ohnehin dürften nur begrenzt Gelder für die Aufwertung des öffentlichen Raumes in der Seevepassage zur Verfügung stehen. Sicher sind knapp eine Million Euro, die ECE für die Erlaubnis zur Erweiterung des Phoenix-Centers in einen entsprechenden Topf einzahöen musste. Das dürfte kaum für Veränderungen an dem "Schandflecken", wie dem Harburg-Center einegsetzt werden. Dazu kommt ein zweites Problem. Die Eigentümer müssen zustimmen, wenn an ihren Gebäuden Planen angebracht werden. So werden die Planen, wenn sie denn angebracht werden dürfen, vermutlich länger halten müssen. zv