SportplatzLuftHarburg – Das Referendum ist durch und Hamburg hat für „Nein“ gestimmt. Doch was bedeutet das nun genau für Hamburg und speziell für Harburg? Laut Jürgen Mantell,

Präsident des Hamburger Sportbundes, sollten im Rahmen der Olympischen Spiele in Hamburg 12 Schwimmhallen, 62 Sportplätze und 37 Sporthallen auf den neuesten Stand gebracht. Hierfür wäre eine Vielzahl an neuen Jobs geschaffen, die den Hamburger Stellenmarkt positiv beeinflusst hätten. Die Stadt wollte zur Sanierung im Rahmen von Olympia 268,59 Millionen Euro investieren. Harburg selbst wäre Austragungsort des Mountainbikerennens in Francop gewesen. Neben den Austragungsorten wären auch Trainingsstätten nötig gewesen. In Harburg sollte die CU-Arena für das Volleyballtraining genutzt werden, die Heimfeld-Halle für Hockeytraining, der Sportplatz am Opferberg für Leichtathletik und Turnhalle in der Schule in der Maretstraße für das Box- und Taekwondo-Training. Ein Neubau von Sportstätten in Harburg war ohnehin nicht vorgesehen. Dennoch wäre die Olympiade ein Modernisierungsschub für Harburg gewesen, nicht nur im Bereich Sport, sondern auch beim Ausbau der Infrastruktur.

Michael Stich, ehemaliger deutscher Tennisprofi, urteilte, dass Hamburg und Deutschland mit dem „Nein“ zur Olympiade eine große Chance entgehe. Und auch Bürgermeister Olaf Scholz hatte sich einen anderen Ausgang des Referendums für seine Stadt gewünscht. Nach den ehrgeizigen Plänen des Olympia-Komitees wäre die Stadtentwicklung bis 2024 so schnell vorangekommen, wie sonst in 20 bis 30 Jahren. Trotz der Entscheidung, die Spiele nicht in Hamburg auszurichten, ergaben die Untersuchungen um die Finanzierung zur Olympiade, dass Hamburg nun 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung hat, um diese in den nächsten Jahren in die Stadtentwicklung zu stecken.

Von den Olympischen Spielen hätte der Vereins- und Schulsport der Hansestadt profitiert. Doch trotz des Ergebnisses des Referendums sind Hamburgs Sportstätten nicht vergessen. Im Rahmen der 2011 veröffentlichten Dekadenstrategie werden Sporthallen in der Stadt saniert. In 95 Hallen sollen insgesamt 129 neue Hallenfelder entstehen. Rot-Grün hat außerdem im September beschlossen, Hamburgs Sportstätten mit zusätzlichen 1,3 Millionen Euro zu unterstützen. 600.000 Euro werden für die Sanierung von vereinseigenen Sportanlagen zur Verfügung gestellt, weitere 600.000 Euro, um Vereine in Schulsportstätten zu unterstützen. Der Hamburger Sportbund erhält darüber hinaus 100.000 Euro, um seine IT-Infrastruktur zu modernisieren. Zwar dauern die Sanierungsmaßnahmen nun etwas länger, doch Hamburgs Breitensport wird trotzdem unterstützt. dl

Veröffentlicht 21. Dezember 2015