151201DRKHarburg - Mit den sogenannten Spielstuben bietet das Harburger DRK eine Kinderbetreuung für schutzsuchende Flüchtlingsfamilien. Deren Kinder können sich nun über

warme Winterkleidung freuen. Denn die Mitglieder des Freundeskreises Round Table Hamburg-Harburg haben eine großzügige Kleiderspende vorbei gebracht.

Handfest anpacken das können die Herren des Round Table Hamburg-Harburg (RT28). "Das gehört zu unserer Mentalität", sagt Vizepräsident Timor Buchhorn und greift zum nächsten Karton mit Winterjacken. Vom Transporter trägt er ihn in die DRK-Geschäftsstelle in der Maretstraße. Sechs Kisten, doppelt so groß wie Umzugskartons, randvoll mit bunten Kinderjacken und roten Winterstiefeln, bringen er und seine drei Kollegen des RT 28 für die Kinder der Spielstuben vorbei.

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 Marcel Sack (v.l.), Sascha Mummenhoff (beide Mitglieder des RT Hamburg-Harburg), Timor Buchhorn (Vizepräsident des RT), Heidi Kreutzfeld (DRK) und Jan Schwarz (Präsident des RT) präsentieren die Kleiderspende. Foto: DRK

"Kinder liegen uns besonders am Herzen", sagt der Round Table Präsident Jan Schwarz. "Deshalb haben wir uns an den Bereich Kinder, Jugend und Familie des DRK gewandt, um zu erfahren, was derzeit am nötigsten gebraucht wird." Weil es mittlerweile bitterkalt geworden ist, lag es auf der Hand Wintersachen für die Kinder zu besorgen. Bei einem der 14-täglichen-Treffen des Round Table wurde Marcel Sack, seit drei Jahren Mitglied, beauftragt, die Kinderkleidung zu organisieren. Denn der 32-Jährige ist von Beruf Handelsunternehmer und kann daher leicht Kontakt zu Textilfirmen herstellen. Mit der Firma Playshoes konnte er schließlich sehr günstige Konditionen für die gespendeten Kindersachen aushandeln.

"Die Winterjacken und Stiefel können wir wirklich sehr gut für unsere Flüchtlingskinder gebrauchen", freut sich Heidi Kreutzfeld, von der DRK-Fachberatung Bereich Kinder, Jugend und Familie. Denn nach wochenlanger Flucht mit ihren Eltern vor Krieg und Verfolgung, besitzen die Kinder oft nur noch die Kleidung, die sie am Leib tragen, wenn sie in Hamburg ankommen.

Rund 320 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren nutzen mittlerweile das "Angebot der halboffenen Betreuung in Wohnunterkünften für Flüchtlinge". In bisher neun sogenannten Spielstuben des DRK-Kreisverbandes werden sie mehrere Stunden am Tag von 20 Mitarbeitern liebevoll betreut. "Für die Kinder bietet der Besuch unserer Spielstuben die Gelegenheit, erste Erfahrungen im Umgang mit der deutschen Sprache zu sammeln", sagt Heidi Kreutzfeld. Die Mitarbeiter haben überwiegend einen Migrationshintergrund und sind mehrsprachig, was den Kindern zugleich auch das Sprechen in ihrer Muttersprache ermöglicht.

"Immer wieder zeigt sich, dass die zum Teil stark traumatisierten Kinder hier einen wichtigen Schutzraum finden, der ihnen hilft, die Flucht- und Migrationserfahrungen besser und auf kindgerechte Weise zu verarbeiten", sagt Heidi Kreutzfeld.

"Wir würden gern mehr für diese Kinder tun, Ausflüge organisieren oder dergleichen. Unsere Kleiderspende ist nur ein kleiner Anfang", sagt Timor Buchhorn und packt die nächste Kiste mit Winterkleidung, um sie in die DRK-Geschäftsstelle zu tragen. (cb)