151124Wettern1Harburg – Niemand hat die Absicht, die Unterkunft Wetternstraße zu erweitern. Inzwischen hat sogar Senatorin Melanie Leonhard persönlich alle weiteren Bautätigkeiten

gestoppt und die Pläne ad acta legen lassen. Und doch ist die Angelegenheit höchst dubios. Jetzt sind weitere Indizien dafür aufgetaucht, dass irgendjemand falsch spielt.

Als vor zwei Wochen plötzlich Bauarbeiter auf dem Gelände der Unterkunft auftauchten und einen größere Fläche planierten (Foto), waren das angeblich nur „Restarbeiten“, die noch mit den längst fertig gestellten Neubauten in der Unterkunft zu tun haben sollten. Die Anwohner waren aber skeptisch und beobachteten genau, was da nebenan geschah. Es gab zwar Tausende von Versprechungen, dass nach den Neubauten Schluss mit den Erweiterungsplänen sein sollte. Aber die Anwohner trauten dem Frieden nicht.

Als ihnen dann ein Bauarbeiter verriet, dass er demnächst ein Betonfundament gießen sollte, auf denen dann Mobilcontainer aufgestellt werden sollten, schlugen die Nachbarn Alarm. Es folgten ein Dementi der Sozialbehörde und ein paar Tage später auch von fördern & wohnen, also jenem „Sozialdienstleiter“, der die Unterkunft betreibt. Beide sagten: „Wir haben keine  Arbeiten zur Erweiterung der Unterkunft in Auftrag gegeben.“

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Die angelieferten Balken. Foto: mag

Also doch nur Restarbeiten? Warum luden dann aber Mitarbeiter jener Firma, die die vorigen Neubauten errichtet hatte, um den 16. November unter anderem Holzbalken mit der Aufschrift „Doka H20 eco“ (Foto) ab? Was eine erste Recherche im Internet ergibt, bestätigt ein Handwerksmeister gegenüber harburg-aktuell.de: „Das sind Schalungsträger, offenbar sollte da ein Betonguss vorbereitet werden.“ Susanne Schwendtke, Sprecherin von fördern &wohnen, kann sich das nicht erklären: „Wir haben  solche Arbeiten nicht in Auftrag gegeben.“

Viel Aufregung um nichts? Immerhin hatte sich fördern & wohnen im Dialog mit den Anwohnern die Zustimmung für die fertige gestellten Neubauten und eine damit verbundene Erweiterung der Unterkunft geholt. Bedingung: Dann ist aber mit Erweiterungen ein für allemal Schluss. Trotzdem sind jetzt Materialien angeliefert worden, mit denen die Unterkunft doch noch erweitert werden könnte. ag

 Veröffentlicht 24. November 2015